Lasagne statt Spaghetti?

Stapellücken statt Stapellagen

Weißt Du noch, die Autofarben? Mit der Spaghettigrafik? Die Spaghetti haben wir gekachelt. Und nachgekachelt. Heute machen wir Lasagne draus.

Neuzulassungen nach Farben (in Prozent) als Stapeldiagramm.
Pkw-Neuzulassungen nach Farben, in Prozent.

Was sehen wir? Auf den ersten Blick: Blau, Grau, Grün, Schwarz, Weiß – gehen alle am Ende runter. Auf den zweiten Blick: Man braucht einen dritten Blick. Oder entstapelte Stapel.

Neuzulassungen nach Farben (in Prozent) als einzelne Säulenreihen, ohne Stapel.

Stapeln kann Richtung ändern. Schlimm. Senkrechte Zahlen sind nicht so schlimm.

Nachgekachelt

Dynamik vor Niveau

Noch mal die bunten Autos. Wer hat es gemerkt? Die Werte waren nicht nur verwickelt. Sondern auch falsch skaliert. Braun stieg am stärksten. Hat man nicht gesehen. Weil: Die Werte sind sehr verschieden. Braun ist klein. Grau ist groß. Da braucht es Logarithmus. Logo.

Pkw-Neuzulassungen nach Farben, Spaghetti-Diagramm, logarithmisch skaliert

Besser, aber durcheinander. Nochmal kacheln? So wie letztes Mal? Klar. Kacheln kann man auch logarithmisch. Und vergleichbar. Dann sieht es so aus.

Pkw-Neuzulassungen nach Farben, Small Multiples, vergleichbar logarithmisch skaliert

Nachteil: Das Niveau geht verloren. Braun wächst stark, bleibt aber klein. Leider gilt: Gut lesbar, richtig skaliert, Niveau gezeigt und Dynamik richtig – kriegt man nicht in eine Darstellung. Darum immer wieder gut: Niveau mit Balken, Dynamik mit Säulen.

Pkw-Neuzulassungen nach Farben, Grafische Tabelle mit Sparklines

Kacheln statt Spaghetti

Nebeneinander statt durcheinander

Die Welt verwickelt Entwicklungen. Von Autofarben. Ganz schön spaghetti.

Neuzulassungen nach Farben. Quelle: Die Welt, 27.11.2011, Seite 99.
Neuzulassungen nach Farben. Quelle: Die Welt, 27.11.2011, Seite 99.

Sachen nebeneinander zeigen ist gut. Wenn nebeneinander übereinander ist, wird es durcheinander. Und schlecht. Dann muss es auseinander. So zum Beispiel.

Neuzulassungen nach Farben als Small Multiple.
Redesign als Small Multiple. Von mir.

Kein Durcheinander mehr. Die großen gut zu sehen. Aber: Die kleinen immer noch nicht. Muss ich drüber nachdenken.

Untertreibung übertrieben

Anteil als Anteil

Standard & Poor’s gibt Japan schlechtere Noten. AA‑ statt AA. Japan gibt mehr aus, als es verdient. Und ist zu alt. Das soll diese Grafik im Journal zeigen.

Graying population. - Quelle: Wall Street Journal Europe, 28.01.2011, Seite 15.
Quelle: Wall Street Journal Europe, 28.01.2011, Seite 15.

Zähl mal die Pixel. Die alten Japaner werden dreimal so hoch. Alle Japaner nur 20 Prozent höher. Trotzdem sieht beides fast gleich steil aus. Oder flach. Weil: Zwei Entwicklungen vergleichen, ist schwierig. Auf verschiedenen Niveaus ganz schwierig. Das wissen wir schon lange. Und es gilt auch für Anteile.

Hier versteht man, was S&P meint. Weil: Es wird nur der Anteil gezeigt. Verglichen mit anderen Anteilen. Und nicht mit sich selbst.

Proportion of Elderly Population by Country (Aged 65 years and over). - Quelle: Statistics Bureau of Japan (Hrsg.), The Statistical Handbook of Japan 2010,Chapter 2: Population.
Quelle: Statistics Bureau of Japan (Hrsg.), The Statistical Handbook of Japan 2010, Chapter 2: Population. Hier Fünfundsechzigjährige und längerer Zeitraum. Macht aber nix.