Kopfschmerzen

Quetsche Säulen nicht die Köpfe

Du darfst Säulen nicht die Füße abschneiden. Auf den Kopf hauen auch nicht. Schau mal.

Proportions of Youngsters with Accidents During Their First Year of Driving. Quelle: Hans Zeisel, Say it with figures, New York u. a. 1985, Seite 128.
Quelle: Hans Zeisel, Say it with figures, New York u. a. 1985, Seite 128.

Sollte eine Füllsäule werden. So ist es nur lustig. Hat Hans gemalt. Sein Buch ist toll. Seine Grafiken nicht so. Eigentlich soll ich 5 Prozent und 8 Prozent verstehen. Hab stattdessen über den Quetschkopf nachgedacht.

Hüpfen im Huckepack

Meide Stauchbalken und Hüpfsäulen

Vorvorletztes Mal: Stauchbalken und Hüpfsäulen. Vorletztes Mal: entstauchte Balken. Dieses Mal: enthüpfte Säulen. So sind die Daten. Von 2004 bis 2013: Geld für Software-Firmen, die gerade anfangen. Von Firmen, die schon Geld haben.

Zeitreihen, logarithmisch skaliert.
Redesign: ich. Daten der Hüpfsäulen vom vorvorletzten Mal, logarithmisch skaliert.

Die Angels geben nicht so viel Geld. Aber davon immer mehr. 2013 zehnmal so viel wie 2004. Die anderen beiden geben mal mehr, mal weniger. Kann man lange angucken. Und drüber nachdenken.

So hat es der Economist gemalt:

Hard sell: Capital invested in startup IT companies. Quelle: The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 3.
Quelle: vom vorletzten Mal. The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 5.

Kann man auch lange angucken. Und drüber nachdenken. Kommt aber nichts raus dabei. Wegen der Hüpfsäulen. Wenn die gelben hüpfen, hüpfen die braunen mit. Ob sie wirklich hüpfen oder nicht. Ob sie wirklich hüpfen, sieht man aber nicht.

Econo-Mist

Meide Stauchbalken und Hüpfsäulen

Einer meiner Vorsätze für 2014: Ich bleib dogmatisch. Weil Daten grausam sind. Schau mal.

Startup your engines: Total follow-on funding for alumni from top accelerators. Quelle: The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 5.
Quelle: The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 5.

Zwei Werte waren zu groß. Die Balken zu lang. Die Seite zu schmal. Schnipp-Schnapp. Die zwei Stauchbalken zusammen sind 2 Milliarden. Die acht anderen 300 Millionen. Frech, wie der Economist den Y Combinator schrumpft. Und die TechStars werden schrumpfgedehnt: zu groß für Y Combinator, zu klein für AngelPad.

Hard sell: Capital invested in startup IT companies. Quelle: The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 3.
Quelle: auch da, Seite 3.

Zwei Seiten vorher: Hüpfsäulen. Hier fänd ich Schnipp-Schnapp gut. Wenn die Early-stagers hüpfen, hüpfen die Later-stagers mit. Auch wenn sie die Ruhe selbst sind.

Dogmatisch hätte es besser geklappt: mit Punktbalken und Linien. Beide logarithmisch. Ich mal noch mal. Und zeig’s Dir dann. Freu Dich schon.

Hohl meint wohl

Eselsbrücken grafisch

Gleiche Sachen gleich malen ist gut. Merkt man sich besser. Zum Beispiel: Ist-Zahlen immer ausmalen. Plan-Zahlen immer hohl malen. Geht auch in ziemlich klein.

DeltaMaster
Quelle: DeltaMaster.

Sachen merken geht am besten mit Eselsbrücke. Ausgemalt heißt: schon passiert. Nicht ausgemalt heißt: geht wohl so. Ist man gleich verwirrt, wenn es anders ist.

Beiersdorf
Quelle: Beiersdorf AG, Geschäftsbericht 2011.

Die Striche sind auch lustig. Weihnachtskerzen. Fanden die dann auch.

Beiersdorf
Quelle: Beiersdorf AG, Geschäftsbericht 2012.

Viel schöner.

Lieber früher oben

Früher ist links, nie oben

Zeit läuft von links nach rechts. Text auch. Manchmal stehen Zeit und Text sich im Weg. Dann dreht man dran. Schau mal.

Bild
Quelle: WSJ Europe, 26.04.2013, Seite 32.

Komisch, oder? Erst 2014, dann 2013. Erst später, dann früher. Verdreht statt gedreht.

Bild gedreht
Quelle: WSJ Europe, 26.04.2013, Seite 32 (von mir gedreht).

Komisch, oder? Ich tausch mal die Säulen. Und dreh nochmal.

Bild Säule
Quelle: WSJ Europe, 26.04.2013, Seite 32 (Balken von mir getauscht).

Besser, oder? Zeit läuft von links nach rechts. Und wenn mal nicht: von oben nach unten.

Automurks mit Excel 2013

Schneide Säulen nicht die Füße ab

Bei der letzten Version hat er geschimpft. Bei der aktuellen mache ich es. Excel 2013 hat einen schlimmen Fehler. Wie alle Excels vorher. Im Diagrammassistenten. Der schneidet Säulen und Balken die Füße ab. Automatisch. Wenn Werte eng zusammen liegen. Das ist gegen mein Proportionalitätsgesetz.

Achsenoptionen in Microsoft Excel 2013

Deshalb: Schau genau hin. Stell die Achse richtig ein. Bloß nicht automatisch.

Auf einem Bein kann man nicht stehen

Säulen nie einsam

Vodafone hat ihre Töchter verglichen. Wie schnell sie gewachsen sind. In den Regionen der Welt. In USA wohnt nur eine Tochter. Sie wurde trotzdem verglichen. Womit eigentlich? Sieht ziemlich lustig aus. Solosäule.

Umsatzwachstum Geschäftsjahr 2008/2009 (links) und 2009/2010 (rechts).
Quelle:
Vodafone Group Plc Annual Reports 31 March 2009, Seite 11, bzw. 31 March 2010, Seite 11.

Verstehe schon: Der Grafiker war in Not. Alles sollte einheitlich aussehen. Was kann man tun? Global skalieren. Dann stimmt es wieder. Und eine Säule ist allein, aber nicht mehr einsam.

Im Geschäftsbericht 2010/2011 keine einsamen Säulen mehr, aber lustige Anregungen. Schreib dahinter, ob es „growth“ oder „decrease“ war. Schon bist Du nirgends minus.

Japanologisch

Anteil als Anteil

Die Grafik vom letzten Mal ist eine Falle. Weißt Du noch? Japan ist zu alt. Schau noch mal hin. Wenn man Säulen nimmt, darf man nicht logarithmisch. Wenn Werte weit auseinanderliegen, muss man logarithmisch. Und darf keine Säulen nehmen.


Alle Redesigns: ich.

Weniger Jahre hätte auch gereicht. Das Auge muss zwar hüpfen, um die Differenzen zwischen Dunkelgrau und Hellgrau links und Dunkelgrau und Hellgrau rechts zu vergleichen. Geht hier gerade noch so eben.

Gestapelt geht auch. Genauso gut. In dem Fall.

Mit Füllsäulen sieht man die Veränderung des Anteils besonders gut. Aber nur die.

Das erste Redesign gefällt mir am besten.

Stricheleinheiten

Kleine Werte stricheln

Manchmal hat man wenig Daten. Die man an vier Pfoten abzählen kann. Es ist gut, das zu zeigen. Zum Beispiel so wie im Wall Street Journal. Das fragte 52 Ökonomen, woher die nächste Finanzblase kommt. Jede Meinung ist ein Kästchen. Er fand Punktstapel auch gut.

Emerging risk – Responses to the survey question: Please rank the potential asset bubbles from most likely to least likely. - Quelle: Wall Street Journal, 13.11.2009, Seite 9.
Quelle: Wall Street Journal, 13.11.2009, Seite 9.

Schlecht ist, wenn gestrichelt wird, wo nichts zu zählen ist. So wie mit diesen Strichsäulen.

Krisenbewältigung. - Quelle: Handelsblatt, Nr. 240, 11.12.2009, Seite 17.
Quelle: Handelsblatt, Nr. 240, 11.12.2009, Seite 17.

Corporate Insanity

Rot ist nur die Not

Man sagt es doch so: Ein Unternehmen schreibt schwarze Zahlen. Oder rote. E.ON malt alle Zahlen rot. Als Säulen, als Balken, als Linien.

Adjusted EBIT development - E.ON Performance and streamlining

Investitionen. Preise. Dividenden. Kapazitätsausweitung. Kapazitätsverringerungen. Norwegen. Deutschland. Eigene Zahlen. Fremde Zahlen. Positive Veränderungen. Negative Veränderungen.

Big six1 2009 monthly gas consumption y-o-y - E.ON Performance and streamlining
Quelle (beide): E.ON AG (Hrsg.), Performance and streamlining, April 2010; PDF.

Warum? Wegen der Corporate Identity. Und die CI von dem Konzern ist rot. Ich bin so streng, weil rot eine besondere Farbe ist. Ein Signal für schlecht. Versteht jeder. Sofort. Signale für gut sind schwieriger. Was ist gut, was ist normal?

Die aus dem Marketing sollen Werbung machen. Aber kein Controlling.

Deo gegen Deko-Geo

Erkläre nicht, wo England liegt

Noch so eine Mode: Geo-Grafik ohne Geo-Info. Als EU-Hund weiß ich doch, wo England und Spanien liegen. Also schnüffel ich nach einem geografischen Zusammenhang zu den Daten. Mehr Diesel im Norden? Mehr im Süden? Irgendein regionaler Einfluss? Was Auffälliges im deutschen Sprachraum? Oder im französischen? Mehr Berge = mehr Diesel? Mehr Winter = weniger Diesel?

Nee. Gar nix.

Quelle: Auto, Motor und Sport, Nr. 14/2008, Seite 66.

Merke! Der edelste Zweck einer Grafik: Zeige einen Zusammenhang. Den Du vermutest. Wenn Du dafür eine Landkarte nimmst, darf der Leser glauben, dass Du was Geografisches dabei gedacht hast.

Mein Deo gegen Deko-Geo wie immer: eine Grafische Tabelle. Gut ablesbar. Sortierbar. Keine Beschriftungsprobleme. Keine Legende. Nichts zu enträtseln. Wunderbar.

Redesign: ich.

Die gute alte Zeit

Schneide Säulen nicht die Füße ab

Wegen Excel schneiden viele ihren Säulen die Füße ab. Und landen in der Grafikhölle. Denn wer schneidet, verzerrt. Wer verzerrt, lügt. Zumindest grafisch. Weil dann die grafische Veränderung nicht mehr proportional zur Wertveränderung ist. Er erklärt das ganz gut anhand eines grafischen Totalschadens in der SportAuto. Ich habe heute ein Beispiel, wie es richtig geht. Aus der Zeit. Die auch manchmal daneben langt.

Die Post streikt – gute Grafiken
Quelle: Die ZEIT, 30.04.2008, Seite 37

Alle meine Regeln sind eingehalten: Zeit läuft von links nach rechts. Die Skala beginnt bei Null. Die Grafik ist proportional zu den Werten. Nichts ist dramatisiert. Kein Schnickschnack. Kein siebenfaches Prozentzeichen. Briefe in Milliarden und nicht in Stück.

In der gleichen Ausgabe noch eine gute Grafik. Strukturen von oben nach unten. Beschriftung, wo sie hingehört: direkt an den Säulen. Zumindest für die Werte. Die „anderen“ hätte ich weggelassen. Die Pünktchen auch.

Die Nachfrage steigt – noch eine gute Grafik
Quelle: Die ZEIT, 30.04.2008, Seite 78.

Übrigens: Bei Liniengrafiken ist alles anders.