Protz, Ende

Prozent nicht als Gebirge

Die Welt zeigt Umsatzveränderungen. Der deutschen Top-500-Unternehmen. Seit 1995. In Wachstumsraten pro Jahr. Siehst Du Umsätze? Ich nicht. Ist nach Krise schon wieder wie vor Krise? Warte. Ich geh‘ meinen Taschenrechner holen.*

Umsatzveränderungen seit 1995. - Quelle: Die Welt, 20.06.2011, Seite 11, bzw. Welt online, http://www.welt.de/wirtschaft/article13439933/Deutsche-Top-500-machen-die-Krise-mehr-als-wett.html, 24.06.2011, Bild 2.
Quelle: Die Welt, 20.06.2011, Seite 11, bzw. Welt online, 24.06.2011, Bild 2.

Prozentgebirge machen mich schwindlig. Schau mal. So haben sich die Umsätze eigentlich verändert.


Redesign: ich.

Die prozentuale Veränderung kann man trotzdem dran schreiben. Merke: Linien sind Entwicklung. Wachstumsprozente auch. Linien über Wachstumsprozente ist gemalte Beschriftung statt Gemaltes beschriftet.

* 2008 sei 100. Dann 8 Prozent runter. Gibt 92. Dann 11,8 Prozent rauf. 92 x 0,118 = 10,9. Addieren: 92 + 10,9 = 102,9. Aha.

Je dunkler, desto treff

Teilchen statt Torte

Gerade ist WM. Deutschland hat gegen England gespielt. Und gewonnen. 4 : 1. Ohne Verlängerung, ohne Elfmeterschießen. Die Engländer mögen keine Elfmeter. Darüber wurde viel diskutiert. Wohin schießen? Oben, unten, Mitte, rechts, links?

Treffer beim Elfmeter. Quelle: Die Welt, 26.06.2010, S. 25.
Ergebnisse aus einer Studie von 626 Elfmetern.
Zahl oben: Trefferquote. Zahl unten: Anzahl der Schüsse.
Quelle: Die Welt, 26.06.2010, Seite 25.

Die Idee einer Grafik: das Auge leiten. In der Welt-Grafik klappt das nicht so gut. Weil die Trefferquoten in Flächen versteckt sind. Die man nicht gut unterscheiden kann. Mit Torten in hell und dunkel geht es besser.

Redesign: ich.

Hier sogar besonders gut. Schau mal: Die Tortenstücke ergänzen sich. Weiß zu weiß, dunkel zu dunkel. Wir sehen Zonen. Wo man besser hinschießen soll. Am besten: unter die Latte. Am zweitbesten: rechts vom Torwart. Am drittbesten: links vom Torwart.

Eine Regel ohne Wenn und Dann

Zeit läuft von links nach rechts

6 Gründe für Urlaub. 2 Jahre. 2 Landesteile. 24 Zahlen. Klingt einfach. Ist es nicht. An diesem Diagramm kann man viel überlegen.

Urlaubsmotive der Deutschen - Quelle: Welt am Sonntag, Nr. 43, 25.10.2009, S. 24
Quelle: Welt am Sonntag, Nr. 43, 25.10.2009, Seite 24.

Nähe verbindet. Die Überschrift verbindet sich mit allen ersten Balken. Sie wird selbst grafisch. Soll sie aber nicht. Sie gilt für vier Balken.

Zeit ist waagrecht. Hatten wir schon. Hier ist Sinken eine Bewegung nach links. Versteht das Auge schwer.

Mann mit Hut. Zwei Männer stehen nebeneinander. Der kleinere trägt Zylinder. Wie klein ist der Kleine? Zahlen rechts am Balken: hier besser nicht.

Farbe gruppiert. In der WAMS alle Werte für 1991 und alle Werte für 2008. Kann gut sein. Hier ist es nicht so gut.

Karos sind out. Streifen im Hintergrund sind lustig. Und schlecht zu lesen.

Das wichtigste aber: Grund, Jahre, Jahresveränderung, Landesteil, Ost-West-Unterschied – alles ist in die Senkrechte gepackt. Das ist zu viel.

Urlaubsmotive der Deutschen - Redesign als Grafische Tabelle
Quelle: DeltaMaster.

Meine Regel: Nutze zwei Blickachsen, senkrecht und waagrecht, wo es hilft. Funktioniert nicht immer. Hier aber ganz gut.

300

Ein Ding, ein Bild

Apropos Auflösung: General Electric hat eine Webseite mit Gesundheitsdaten. Man kann mit den Daten spielen. 300 Männle sind Amerika. Die sind in jedem Bild.

Je nach Krankheit und Risikofaktor stellen sie sich anders hin. Na ja. Manchmal laufen sie auch weg. Hier verschwinden 120 (oder 40 Prozent).

Beim Schlaganfall sieht das so aus. Die Dünnen stehen links, die Dicken rechts.

Bei 300 Männle für ganz Amerika ist die maximale Differenzierung 1/300=0,33 Prozent. In den Segmenten sinkt die Differenzierung. Hier bei den Dünnen ist sie 1/21=4,8 Prozent. Jetzt kommt’s: Von den Dünnen bekommt 1 Prozent einen Schlaganfall. Das wäre ein Fünftel Männle (1 Prozent von den 21). Das malt GE aber nicht. Drunter steht: je dicker, desto Schlaganfall. Kann ich auch nicht sehen. Alles ist 2 Prozent. Außer bei den ganz Dünnen (1 Prozent).

Spiel mal selbst damit. Ich finde: Absolute Häufigkeiten malen, aber Prozent meinen, geht schief.

Ist mir alles egal: Ich bin ein Labrador. Ich wäre gerne dick.

Do-it-yourself-Diagramm

Grafisch tabellieren

Zweck einer Datengrafik: Zahlen nachschauen. Unterschiede sehen. Muster erkennen. Mit dem hier geht nur Zahlen nachschauen. Man sieht keine Unterschiede. Man sieht keine Muster.


Quelle: Welt am Sonntag, Nr. 36, 07.09.2008, Seite 39

Unterschiede muss ich mir selbst ausrechnen: Gesamt minus Einzelwert. 42 Mal. Und alles rumdrehen. Weil, die Bewohnertypen gehören in die Spalten. Muster sehe ich am besten grafisch. Also: Balken rein. Zeitung lesen kann ganz schön anstrengend sein.

Quadratkuchen schmecken weder rund noch eckig

Meide Torten, auch eckige

Die Wired zeigt eine Rätseltorte. Eckig. Die soll zeigen, wie die Leute ihr Geld ausgeben. Für High-Tech-Krempel. Die Ausgaben sind seit 10 Jahren ähnlich. Nur die Struktur ist anders. Es ist schwierig, das im Square Pie zu sehen. Sagen Anil Dash und Juice Analytics auch. Und es geht um eine Entwicklung. Über die Zeit. Sieht man auch nicht richtig.

“High tech gear gets cheaper every year. So we’re spending a lot less on it, right? Um, no. In fact, the proportion of US household budgets spent on tech products and services — computers, game consoles, cell phone service, cable, TVs — has held steady at about 5 percent for most of the past decade. We’re just spending that money — more than we pay for health insurance — on different stuff. For instance, we spend a lot less on TVs (as prices have dropped) but more on cable and satellite services (we need our HBO). Here’s a peek at how our quest to stay wired hits our wallets.”
Quelle: Wired, 24.07.2007

Square pie chart on spending for tech gadgets
Quelle: Wired, 24.07.2007

Der Leser soll verstehen: Ein Quadrat, das 23,6 Prozent groß ist, war vorher X Prozent groß, wenn es jetzt um 72 Prozent größer geworden ist. Aha. Ich versteh das nicht. Ich mal mir lieber eine Tabelle.

Square pie daten I

Jetzt sehe ich, was die wichtigen Posten sind. Wie sich die Struktur der Ausgaben verändert hat. Was neu dazu kam. Je länger ich schaue, desto mehr will ich wissen. Deshalb habe ich Anteile und eine kumulierte Betrachtung dazu gemalt. Erst mal nur für 2005.

Square pie Daten II

Aus den paar Daten kann man viel machen. In einer Grafischen Tabelle.