Der kleine Unterschied

Aller Raum dem Unterschied

Klein ist oft schwer. Kleine Unterschiede auch. Große Unterschiede zwischen Kleinen besonders. Schau mal. So geht es besonders schlecht.

Arbeitslosenquoten im August 2013 als Tortendiagramm. Quelle: Nürnberger Nachrichten, 30.08.2013, Seite 4.
Arbeitslosenquoten im August 2013. Quelle: Nürnberger Nachrichten, 30.08.2013, Seite 4.

Weil: Torte ist schon schwierig. Weil schwer lesbar. Kleine Tortenstücke sind besonders schwierig. Weil schwerer lesbar. Kleine Tortenstücke in Torten nebeneinander sind noch schwieriger. Weil noch schwerer lesbar. Was machen wir stattdessen?

Arbeitslosenquoten im August 2013 als Grafische Tabelle.
Redesign: ich.

Funktioniert besser. Weil: Wir haben große Unterschiede zwischen kleinen Werten. Noch deutlicher geht es so. Punktbalken. Logarithmisch.

Arbeitslosenquoten im August 2013 als Grafische Tabelle mit logarithmisch skalierten Punktbalken.
Redesign: auch ich.

Daxbau

Dreieck statt Pfeil

Börse in der Tageszeitung ist schwierig. Weil: Die Werte sind von gestern. Heute gibt’s neue. Morgen auch. Was ist wichtig? Stimmung? Von gestern? Genauer Stand? Veränderung? Absolut? Relativ? Trend?

Ich hab die Titel-Daxe gelesen. In allen Tageszeitungen. Die FAZ hat keinen. Bei der FTD, der NZZ, den NN, der NZ und der RP: Trendpfeile. Für vorgestern auf gestern. Mei. Die FTD und die NN hab ich schon geschimpft. Die NN und die NZ zeigen Veränderungen nur absolut. Schlecht vergleichbar.

Financial Times Deutschland Neue Zürcher Zeitung Nürnberger Nachrichten Nürnberger Zeitung Rheinische Post

Dreiecke machen das Handelsblatt, die International Herald Tribune, die SZ, das Wall Street Journal und die Welt. Dreiecke sind besser als Trendpfeile. Weil sie nicht schräg stehen. Und nicht wie Trend tun. Das WSJ lässt die Vorzeichen weg. Auch negative. (Sieht man hier nicht. Aber hier.) Aua.

Handelsblatt International Herald Tribune Süddeutsche Zeitung Wall Street Journal Die Welt

Die größten Dreiecke hat das Handelsblatt. Und die quer. Zum Lesen schlecht. Zum Kapieren, wie die Stimmung gestern war: okay. Das WSJ hat kleine Dreiecke. Zu klein für Stimmung. Und schlecht zu lesen. Die Dreiecke von der Welt sind noch kleiner. Zu klein.

Abbildungen wie im Text von links nach rechts, alle vom 29.11.2011.

Das bunte Auto

Farbiges farbig

Meine Freundin Chiara hat mir noch was zum Thema bunte Autos bzw. farbige Sachen geschickt. Aus den Nürnberger Nachrichten. Es ging darum, wie heiß es Hunden im Sommer wird. Wenn sie in blauen Autos bleiben müssen. Oder weißen. Oder roten. Auf jeden Fall zu heiß. Die Grafik ist toll. Sie macht deutlich, dass es Unterschiede zwischen Lackfarben gibt. Leider sind die Temperaturen schwer zu lesen. Rote Zeiger auf roter Skala. Winzige Teilstriche. Uff. Und die Thermometer verbrauchen zu viel Platz. Zahlen wären besser. Direkt auf dem Lack.

Man hätte die Farben ordnen können. Weiß, Rot, Blau. Ist doch interessant: Das kühle Blau wird wärmer als das heiße Rot. Ich gebe eine 2+.

Lackfarben im Temperaturvergleich
Lackfarben im Temperaturvergleich.
Quelle: Nürnberger Nachrichten, 04.08.2007, Seite 29.

Der EU-Grafik-Gipfel

Aller Raum dem Unterschied

Der EU-Gipfel war hoch. Für die Politiker. Und die Infografiker. Zwei Größen zu vergleichen, kann schwierig sein. Drei zu vergleichen, ist schwierig. Bei den EU-Mandaten waren es fünf: Bevölkerung, Stimmenverteilung nach Nizzavertrag, Stimmenverteilung nach Verfassungsentwurf, Stimmenverteilung im polnischen Quadratwurzelmodell, Anzahl Mitgliedsstaaten. Die Welt und die FAZ malten Grafische Tabellen, die Nürnberger Nachrichten eine Businessgrafik.

 

WamSFAZNN
Quelle: Welt am Sonntag, Nr. 25, 24.06.2007, Seite 4.Quelle: FAZ, Nr. 141, 21.06.2007, Seite 2.Quelle: Nürnberger Nachrichten, 23.06.2007, Seite 2.

Die WAMS finde ich in Ordnung. Allerdings ist das Hellgrün für das Quadratwurzelmodell schwer zu lesen.

Die FAZ verwendet Streifen. Das braucht man nicht. Und es stört. Noch mehr stört die Beschriftung des Quadratwurzelmodells. Die Linien der Legende lenken das Auge. Man vergleicht ihre Längen. Die besagen aber gar nichts weiter.

Die Idee der Nürnberger Nachrichten finde ich gut. Man kann die Unterschiede in den Verteilungen vergleichen. Aber die Farben sind schlimm. Die Balken flirren vor den Augen. Außerdem sind das unsere Landesfarben. Was machen die hier? Seltsam. Und die Werte fehlen. Und man kann nicht sehen, was sich bei den kleinen Mitgliedsstaaten tut.

Eine andere Möglichkeit ist, sich auf die Veränderungen zu konzentrieren.

Abweichungen der Vorschläge vom Nizza-Modell

Quelle: Screenshot aus DeltaMaster