Zahlogramm

Zahlen stapeln

Ich bin sonst nicht für Stapel. Bei Vulkanen schon. Schau mal. Ein Vulkanogramm.

Steam-and-leaf displays: height of 218 volcanoes, unit 100 feet. Source: The World Almanac, 1966 (New York: The New York World-Telegramm and The Sun, 1966), pp.282-83.
Quelle: John W. Tukey, Some Graphic and Semigraphic Displays

Erste Zeile liest Du so: 8 Vulkane unter 1.000 Füße hoch. Einer 900 (0|9) Füße, einer 800 (0|8), einer siebenhundert, zwei sechshundert und so weiter.

Von hinten bis Mitte liest Du so: 20 Vulkane sind 13.000 Füße hoch und höher.

Klammer ist Median. Bei 6.000 Füßen.

Es gibt 102 plus 18 plus 98 insgesamt.

Hundeleben

Bild mag Text mag Zahl

Megan finde ich wirklich toll. Edward auch. Eine tolle Bild-Tabelle. Kein Firle. Kein Fanz. Schön. Sachlich. Schön sachlich. Zwei Schriftgrößen. Normal und fett. Buchstaben groß-klein und nur-groß. Einfacher Strich, doppelter Strich. Unterschiede für Verschiedenes. Kein Pixel zuviel. Alles, wo es hin  soll.

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Nur leider: alle Zahlen falsch! Fressen: Wie soll man davon satt werden? Training? Wenn ich Geld dafür bekommen hätte. Er war so schwer von Begriff. Halsband: kein Kommentar.

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Knallversteck

Bild mag Text

Edward findet Megan toll. Ich auch.

Megan Jaegerman produced some of the best news graphics ever while working at The New York Times from 1990 to 1998. Her work is smart, finely detailed, elegant, witty, inventive, informative. A fierce researcher and reporter, she writes gracefully and precisely. Megan has the soul of a news reporter, who happens to use graphs, tables, and illustrations–as well as words–to explain the news. Her best work is the best work in news graphics. E.T.

Schau mal, das ist von Megan.

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Quelle: Megan Jaegerman, New York Times vom 26. Mai 1992.

Edward hat es mit ihr nochmal schöner gemacht. Hier.

Entwurmung

Zu richtig ist falsch

Wolfhart hat mir ein Buch geschenkt. Von Eduard. Über Landkarten. Ich hab reingesehen. Dann wurde ich hungrig. Mein Futter bringt die Post. Gemacht wird es in A. Ich wohne in D. In B und C wohnen auch hungrige Hunde. Schau mal. Bild 110. Alles wie in Echt. Eine richtige Landkarte. Zwischen A und B wurmt sich die Straße krumm. Zwischen C und D auch.

Transportweg A-B-C-D topographisch dargestellt. Quelle: Eduard Imhof, Thematische Kartografie, Berlin u. a. 1972, Seite 192. Transportmengen auf den vereinfachten Strecken A-B und B-C und C-D. Quelle: Eduard Imhof, Thematische Kartografie, Berlin u. a. 1972, Seite 192.
Quelle: Eduard Imhof, Thematische Kartografie, Berlin u. a. 1972, Seite 192.

Wie viele Pakete bleiben für mich? Schau mal Bild 111. Noch ganz schön Landkarte. Noch ganz schön echt. Und man sieht die Pakete.

Transportmengen von A nach B und von B nach C und von C nach D, Transportwege gestreckt. Quelle: Eduard Imhof, Thematische Kartografie, Berlin u. a. 1972, Seite 192. Quelle: Eduard Imhof, Thematische Kartografie, Berlin u. a. 1972, Seite 192.
Quelle: auch da, Seite 193.

Schau mal Bild 112. Viel Landkarte. Viel Statistik. Nicht mehr so viel echt. Und schau mal Bild 113. Das ist für die Post. Die will wissen, was sie verlangen soll. Von jedem hungrigen Hund. Nicht mehr echt. Aber richtig. Für diesen Zweck.

Richtig sind alle. Jedes für seinen Zweck. Also: Nicht nur echt ist richtig.

Schienengeschichte

Zeit mag Bild

Ich hab gesagt: Messen mit Sachen, die man kennt, ist gut. Damit malen ist auch gut. Machen Otto, Marie und Gerd zusammen schon seit 1920. Schau mal.

Eisenbahn
Quelle: Otto Neurath, Marie Neurath, Gerd Arntz, Wiener Bildstatistik, 1930.

Toll. Noch schöner als Toby. Und schon ganz alt. Alle Schornsteine untereinander. Die Schienen könnten alle links anfangen. Das Stapeln ist auch ein bisschen schwierig. Die Zeitabstände sind sehr unterschiedlich. Otto sagt: „Sich was Einfaches merken ist besser,
als was Genaues zu vergessen.“ Stimmt manchmal. Manchmal auch nicht. Zahl und Bild zusammen find ich meistens am besten.

Williamstorte

Gleicher Unterschied gleicher Winkel

Ich schnapp mir William noch mal. Erfunden und vermurkst hat er Zeitreihen, doppelte Zeitreihen – und Torten:

Die Breite der Torte bedeutet was. Die beiden Säulen links und rechts bedeuten auch was. Wie steil die Linie zwischen den Säulen ist, bedeutet nix. Weil: Das hängt von der Tortenbreite ab. Weniger von der Säulenhöhe. Nicht nachmachen.

Balken hat Willy auch erfunden. Könnte man auch dran meckern. Beschriftung nach links, Skala nach unten. Und so weiter. Mach ich aber nicht.

Vorbilder studieren ist gut. Einfach nachmachen nicht.

Play fair

Scheren meiden

William Playfair hat Balken, Säulen, Torten erfunden. Vor mehr als 200 Jahren. Und viele Zeitreihen gemalt.

Malen alle noch immer so. Das ist oft schlecht. Zum Beispiel hat William das gemalt. Oben: England kauft in Asien ein. Unten: Asien kauft in England ein. Die Engländer ärgern sich.


Exporte und Importe.

Man denkt: Schere geht auf, auf, auf, bleibt auf, bissi zu, richtig zu. Ab 1755 endlich parallel, parallel, parallel. Ab 1765 wieder auf, auf, auf. Ist aber nicht so.


Orangefarbene Linien von mir. Klick zum Vergrößern.

Man sieht den Höcker nicht. Weil wir waagrecht eine Parallele sehen. Und senkrecht schauen müssten. Ziemlich anstrengend. Macht unser Auge nur, wenn wir den Trick kennen. Meint er auch.

Die FAZ hat es gemacht wie William. Und wir sehen viele Höcker nicht. Hat ihn auch gestört. Die FAZ hat es gemerkt. Und eine zweite Grafik gemalt. Da sieht man es aber auch nicht gut. Weil die roten Säulen nicht bei Null starten. Sondern bei Blau.

Amerikas Handelsstreit mit China: Warenhandel Amerika mit China und Amerikas Handelsbilanzsaldo. - Quelle: FAZ, 27.09.2010, Seite 13.
Quelle: FAZ, 27.09.2010, Seite 13. Und bei ihm.

Wieder fehlt das Saldo und man glaubt an Scheren, wo die so gar nicht sind.

Saldo aus Import und Export als Prozentsatz des gesamten Handelsvolumens von 1960 bis 2010.
Quelle: bei ihm.

Lass William öfter in der Mottenkiste. Nicht alles, was alle lange machen, ist gut.