Lasagne statt Spaghetti?

Stapellücken statt Stapellagen

Weißt Du noch, die Autofarben? Mit der Spaghettigrafik? Die Spaghetti haben wir gekachelt. Und nachgekachelt. Heute machen wir Lasagne draus.

Neuzulassungen nach Farben (in Prozent) als Stapeldiagramm.
Pkw-Neuzulassungen nach Farben, in Prozent.

Was sehen wir? Auf den ersten Blick: Blau, Grau, Grün, Schwarz, Weiß – gehen alle am Ende runter. Auf den zweiten Blick: Man braucht einen dritten Blick. Oder entstapelte Stapel.

Neuzulassungen nach Farben (in Prozent) als einzelne Säulenreihen, ohne Stapel.

Stapeln kann Richtung ändern. Schlimm. Senkrechte Zahlen sind nicht so schlimm.

Japanologisch

Anteil als Anteil

Die Grafik vom letzten Mal ist eine Falle. Weißt Du noch? Japan ist zu alt. Schau noch mal hin. Wenn man Säulen nimmt, darf man nicht logarithmisch. Wenn Werte weit auseinanderliegen, muss man logarithmisch. Und darf keine Säulen nehmen.


Alle Redesigns: ich.

Weniger Jahre hätte auch gereicht. Das Auge muss zwar hüpfen, um die Differenzen zwischen Dunkelgrau und Hellgrau links und Dunkelgrau und Hellgrau rechts zu vergleichen. Geht hier gerade noch so eben.

Gestapelt geht auch. Genauso gut. In dem Fall.

Mit Füllsäulen sieht man die Veränderung des Anteils besonders gut. Aber nur die.

Das erste Redesign gefällt mir am besten.

Die gute alte Zeit

Schneide Säulen nicht die Füße ab

Wegen Excel schneiden viele ihren Säulen die Füße ab. Und landen in der Grafikhölle. Denn wer schneidet, verzerrt. Wer verzerrt, lügt. Zumindest grafisch. Weil dann die grafische Veränderung nicht mehr proportional zur Wertveränderung ist. Er erklärt das ganz gut anhand eines grafischen Totalschadens in der SportAuto. Ich habe heute ein Beispiel, wie es richtig geht. Aus der Zeit. Die auch manchmal daneben langt.

Die Post streikt – gute Grafiken
Quelle: Die ZEIT, 30.04.2008, Seite 37

Alle meine Regeln sind eingehalten: Zeit läuft von links nach rechts. Die Skala beginnt bei Null. Die Grafik ist proportional zu den Werten. Nichts ist dramatisiert. Kein Schnickschnack. Kein siebenfaches Prozentzeichen. Briefe in Milliarden und nicht in Stück.

In der gleichen Ausgabe noch eine gute Grafik. Strukturen von oben nach unten. Beschriftung, wo sie hingehört: direkt an den Säulen. Zumindest für die Werte. Die „anderen“ hätte ich weggelassen. Die Pünktchen auch.

Die Nachfrage steigt – noch eine gute Grafik
Quelle: Die ZEIT, 30.04.2008, Seite 78.

Übrigens: Bei Liniengrafiken ist alles anders.

Muss man Stapelgrafiken stapeln?

Stapeldiagramme entstapeln

Oft sind Veränderungen interessant. Von Anteilen. Die zusammen 100 Prozent ergeben. Dafür gibt es 100-Prozent-Säulen. Mehr als drei Anteile gehen damit nicht. Man kann sie nicht mehr lesen. Schon drei ist schwierig.

Stapelgrafik 100%

Quelle: Autohaus 8/2007, Sonderheft, Seite 9.

Die Balken unten liest man normal. Von unten nach oben. Die Balken oben liest man auf dem Kopf. Von oben nach unten. Die Balken in der Mitte liest man im Hüpfen. Das Auge hüpft auf und ab. Von links nach rechts.

Das ist so, weil jeder Balken sagen soll: Ich bin hundert Prozent. Das ist des Pudels Kern. Alle gleich hoch, alle gleich hundert Prozent. Finde ich nicht so gut.

So geht es auch: Säulen in einer Grafischen Tabelle.

Grafische Tabelle mit Säulen als Ersatz für Stapelgrafik

Quelle: Sreenshot aus DeltaMaster

Und so auch: Sparklines in einer Grafischen Tabelle.

Grafische Tabelle mit Sparklines als Ersatz für Stapelgrafik

Quelle: Sreenshot aus DeltaMaster