Schrottpresse

Nicht Fläche statt Höhe

Selbstbewusstsein finde ich gut. Der HDE übertreibt es aber. Schau mal.

Wirtschaftliche Leistung im Vergleich. Quelle: HDE.
Links Gesamtumsatz im Einzelhandel, rechts Gesamtumsatz in der Automobilindustrie. Quelle: HDE (Hrsg.), Der deutsche Einzelhandel, Juni 2013, Seite 4.

Die drei Oldtimer für 351 Mrd. passen gleich mehrmals in den Warenturm für 428 Mrd. Der Warenturm ginge dann in die Billionen. Ziemlich teuer für ein paar Gläser, einen Kochtopf, drei Eimer Farbe und einen tiefgefrorenen Fisch.

Der Fehler ist alt. Ich dachte, den macht keiner mehr. Gemalt wird Fläche, gerechnet wird Höhe. Flächengrafiken sind schwierig. Auch wenn sie richtig sind. Falsch gerechnete sind aber ein bisschen lustig. Hoffentlich rechnet der Handel an der Kasse anders.

Sternhagelvoll

Symbole nicht halbieren

Die Welt hat ein Bild gemalt. Aus 100 eBay-Sternen. 23 sind gefüllt, 77 leer. Ein Stern ist 10 Prozent. 10 Sterne sind 100 Prozent. Einen Stern kann man füllen. Jeder Stern hat 5 Zacken. 2 Zacken sind so 4 Prozent. 10 Werte sollten gesternt werden. Der Größte ist 28 Prozent. Also so 3 Sterne. Zu kompliziert? Der Welt auch. Für 20, 19, 18, 17, 15: einfach 2 Sterne ganz ausmalen.

Jeder fünfte Deutsche verkauft Waren oder Dienstleistungen im Internet. - Quelle: Die Welt, 10.04.2012, Seite 13.
Quelle: Die Welt, 10.04.2012, Seite 13.

Zeigen, wo die 100 Prozent ist? Nein. Weil die nie vorkommt. Nicht mal nahe dran. Kann gar nicht vorkommen. Weil nicht mal alle Dänen nur in eBay wohnen.

In Sterne zerlegen und dann Sterne füllen? Nein. Wenn Du zerlegst, dann nur in Ganze. Wenn Du füllst, dann nur Ganzes. Also Punktstapel, Strichsäulen, Strichbalken oder Füllgrafik.

Auf 70 Sterne starren? Nein. Alle Sterne wertlos. Weil ohne Wert.

Ganze Breite dreimal breiter als gefüllte Breite? Nein.

Schiefes stapeln und schief füllen? Nochmal nein.

Ist das die schlimmste Grafik der Welt? Oder die? Steht in den Sternen.

Wenn Du kein Sterntaler sein willst: 10 Werte zeigen geht gut mit 10 Balken. Fand man beim BITKOM auch.


Quelle: BITKOM.

Mehr ist weniger

Mal Flächen richtig oder gar nicht

Die Welt kompakt malt Italien. Die Fahne wird gelocht. Die Nulllinie abgelegt. Silvio fänd’s toll. Jetzt ist mehr Defizit weniger Fläche. Aber wegen der Fahne wäre er beleidigt.

Staatsfinanzen in Italien: Defizit, Schuldenstand, Ausgaben/Einnahmen des Staates. - Quelle: Welt kompakt, 10.11.2011, Seite 20.
Quelle: Welt kompakt, 10.11.2011, Seite 20.

Wie wär’s besser? Oberhalb auffüllen. Nicht unterhalb. Logisch. Oder: Vorzeichen umdrehen.

Und unten stimmt’s auch nicht. Man müsste zwischen den Linien auffüllen.

Noch besser: Gar nicht auffüllen. Oben nicht. In der Mitte nicht. Unten nicht. Denn: Jetzt werden Flächen verglichen. Die sind unterschiedlich skaliert. Und nicht vergleichbar.

Flachgestapelter Flächenflachs

Stapel keine Linien

Daran habe ich gekaut. Sieht harmlos aus. Der Größte unten, der Kleinste oben. Zusammen werden sie weniger. Kapiert. Chrysler fällt am stärksten. Ford am zweitstärksten. GM am wenigsten. Falsch kapiert. Miss mal nach. Anders kommst Du nicht dahinter.

US-Marktanteile amerikanischer Autohersteller kumuliert in Prozent. Quelle: Financial Times Deutschland, 21.11.2008, Seite 8.
US-Marktanteile amerikanischer Autohersteller kumuliert in Prozent.
Quelle: Financial Times Deutschland, 21.11.2008, Seite 8.

Ich hab damit herumgespielt. Den Kleinsten nach unten, den Größten nach oben. Das richtet Ford auf. Und macht Chrysler flach.

Oder Ford nach oben, dann geht es richtig runter.

Jetzt kommt es: Bei gestapelten Linien macht meist die erste die Musik. Schau mal, was passiert, wenn die erste Linie steigt und die anderen fallen. Ich habe dazu die Daten von GM umgedreht und die anderen gelassen, wie sie waren. Jetzt steigt Chrysler gleich mit. Obwohl es immer noch fällt.


Marktanteile von GM umgekehrt abgetragen, mit Daten von WardsAuto.com.

Also: Meide Flächen. Stapel keine Linien. Lies Grafiken mit Vorsicht. Übrigens: So wäre es gegangen.


Jeder Hersteller eine Linie. Die Summe eine weitere. Das Ganze logarithmisch.