Anschluss unter dieser Nummer?

Keine Minuskreise

Die Telekom mag Pink. Auch für Wachstum. Und schwarz für Schrumpftum. Und Kreis für Plus. Und Kreis für Minus.

Future pockets of growth mainly in Mobile Data and Consumer IP Services.
Quelle:  Telekom.

Kreise find ich gut. Kreise können kreuzweise. Minuskreise? In Pink für gut? In schwarz für schlecht? Nicht für Geschäftsschlau.

Blau, Wau!

Rauf wird’s blau

Früher im Urwald. Als Ihr Menschen so viele Haare hattet wie ich. Rote Beeren zwischen grünen Blättern finden! Ganz schön schwierig für die Augen von Menschen. Im Urwald ist nachmittags gar kein Rot zu sehen. Nur Grün. In verschiedenen Tönen. Rot ist dann eine Art Grün.

Uptick, U.K. GDP, change from previous quarter

Quelle: Wall Street Journal Europe, 15.10.2013, Seite 5.

Blau ist viel leichter für das Auge. Vor allem, wenn Rot in der Nähe ist. Und sieht schöner aus. Darum Blau. Wau!

Auf Grün weißen?

Schwarz auf Weiß

Ich wollte mal wieder ins Theater. Online. Hoppla! Schon gewusst: Pink ist billiger als Grün. Glaub‘ ich.  Ich hol meine Brille.

eventim Online Bestplatz-Buchung

„Made for us?“ Nö.

Farbe für Schrift ist einfach: Am besten keine Farbe. Nur Schwarz. Auf Weiß. Schrift in Farbe ist schlecht. Schrift auf Farbe geht. Manchmal. Wenn die Farbe dunkel ist. Wenn die Schrift weiß ist.

Rotausgang

Rot drängelt, Grün nicht

Fliegen wird auch immer schwieriger. Zum Beispiel in Zürich.

Abflugtafel im Flughafen Zürich
Abflugtafel im Flughafen Zürich.

Rot heißt: Geh zum Flugsteig. Grün heißt: Steig ein. Ulkig. Stell Dir vor, Du hast es eilig. Bist aber noch nicht am Gate. Dann rennst Du besser. Bis der Kopf rot ist. Weil Du Grün siehst. Und gehst normal, wenn Du Rot siehst. Oder?

Kartenspiel

Landkarten für Landdaten

Landkarten und Werte ist schwer. Schludrig wird’s zu schwer.

Arbeitslosenquote im März 2012. - Quelle: Die Welt, 30.03.2012, Seite 10.
Quelle: Die Welt, 30.03.2012, Seite 10.

Schau mal die Zahlen: mal in der Säule, mal drüber. Schau mal den Abstand zwischen Säule und Zahl: mal gleich, mal anders, mal Zufall. Schau mal die Zeit: 2012 links, 2011 rechts, rückwärts. Lies mal und mach Dir einen Reim. Das dauert. Augenhüpfburg. Hin und her. Rauf und runter. Schau mal die Karte: Süden ist gut. Westen ist fast gut. Osten ist nicht so gut. Sieht man gut. In einer Karte.

Für die Zahlen besser so:

Arbeitslosenquote im März 2012 als Grafische Tabelle. Von mir.
Grafische Tabelle. Von mir.

Für Zahlen und Geo vielleicht so:

Arbeitslosenquote im März 2012 als Grafische Tabelle und mit Landkarte. Von mir.
Grafische Tabelle. Und Landkarte. Beides von mir.

Grundlos grundiert

Schwarz auf Weiß

Mein schönes Fell drucken ist schwer. Weil es schwarz ist. Und schwarz drucken ist schwer. Hab ich bei meinem Buch gelernt. Das hat einer gedruckt, der Schwarz besonders gut kann. Weil er sonst Röntgenbilder druckt. Die sind auch ziemlich schwarz.

Meine Anzeige letztens hat wer anders gedruckt. Leider. Und wir haben den Proof vergessen. Leider.

IN GRAPHICS Vol. 3, Berlin 2011, Titelseite.IN GRAPHICS Vol. 3, Berlin 2011, Rückseite.

Deswegen ist die Anzeige „abgesoffen“. So sagen das die Drucker. Wenn’s zu spät ist.
Vielleicht war die Titanic Schuld. Die war vorne drauf.

Das Wall Street Journal hat kein schwarzes Fell. Trotzdem drucken die immer öfter auf Schwarz. Leider. Und saufen damit ab. Leider.

Quelle: Wall Street Journal Europe, 24.02.2012, Seite 1.
Quelle: Wall Street Journal Europe, 24.02.2012, Seite 1.

Merk Dir: Wenn Dein Fell nicht schwarz ist, druck auf Weiß.

Nachgekachelt

Dynamik vor Niveau

Noch mal die bunten Autos. Wer hat es gemerkt? Die Werte waren nicht nur verwickelt. Sondern auch falsch skaliert. Braun stieg am stärksten. Hat man nicht gesehen. Weil: Die Werte sind sehr verschieden. Braun ist klein. Grau ist groß. Da braucht es Logarithmus. Logo.

Pkw-Neuzulassungen nach Farben, Spaghetti-Diagramm, logarithmisch skaliert

Besser, aber durcheinander. Nochmal kacheln? So wie letztes Mal? Klar. Kacheln kann man auch logarithmisch. Und vergleichbar. Dann sieht es so aus.

Pkw-Neuzulassungen nach Farben, Small Multiples, vergleichbar logarithmisch skaliert

Nachteil: Das Niveau geht verloren. Braun wächst stark, bleibt aber klein. Leider gilt: Gut lesbar, richtig skaliert, Niveau gezeigt und Dynamik richtig – kriegt man nicht in eine Darstellung. Darum immer wieder gut: Niveau mit Balken, Dynamik mit Säulen.

Pkw-Neuzulassungen nach Farben, Grafische Tabelle mit Sparklines

Kacheln statt Spaghetti

Nebeneinander statt durcheinander

Die Welt verwickelt Entwicklungen. Von Autofarben. Ganz schön spaghetti.

Neuzulassungen nach Farben. Quelle: Die Welt, 27.11.2011, Seite 99.
Neuzulassungen nach Farben. Quelle: Die Welt, 27.11.2011, Seite 99.

Sachen nebeneinander zeigen ist gut. Wenn nebeneinander übereinander ist, wird es durcheinander. Und schlecht. Dann muss es auseinander. So zum Beispiel.

Neuzulassungen nach Farben als Small Multiple.
Redesign als Small Multiple. Von mir.

Kein Durcheinander mehr. Die großen gut zu sehen. Aber: Die kleinen immer noch nicht. Muss ich drüber nachdenken.

Des einen Grün ist des anderen Rot

Grau statt Rot

Alle Schulkinder lernen: Bei Grün gehen. Bei Rot stehen. Grün ist gut. Rot ist schlecht. Wer sich daran hält, wird seltener überfahren. Ampeln sind eben einfach. Preise nicht. Für die einen ist es gut, wenn Soja und Weizen, Kaffee und Kühe, Aktien und Geld teurer werden. Die anderen finden billiger besser.

Commodities: Prices of future contracts with the most open interest. - Quelle: Wall Street Journal, 27.09.2010, Seite 26.
Quelle: Wall Street Journal, 27.09.2010, Seite 26.

Das Wall Street Journal sah das früher auch so. Bei Rohstoffen, Indizes und Aktien ging der Preis dunkelgrau runter, hellgrau rauf. Konnte man gut unterscheiden und lesen. Seine Meinung hat man sich selbst gebildet. Jetzt sind Rohstoffe und Indizes grün, wenn sie teurer werden. Und rot, wenn sie billiger werden.

Liebe Schulkinder, leider ist die Welt schwieriger als Ampeln. Schaut nach links und rechts, bevor ihr über die Straße geht. Auch wenn die Ampel grün ist. Liebe Grafiker, malt mehr grau.

Major players and benchmarks, StoxxEurope50: Friday's best and worst. - Quelle: Wall Street Journal, 27.09.2010, Seite 25.
Quelle: Wall Street Journal, 27.09.2010, Seite 25.

Es grünt so blau

Blau statt Grün

Mit Rot war ich streng. Weil es ein Signal für schlecht ist. Was malen wir für gut? Grün? Kann man nehmen. Blau? Kann man auch nehmen. Mit Farben für gut bin ich großzügig. Deswegen: Die Grafik ist okay. (Die Zahlen nicht: Es wurde ungewichtet addiert.)


Quelle: FAZ, Nr. 288, 11.12.2009, Seite 11.

Mit Grün bin ich vorsichtig. Bloß weil etwas größer null ist, ist es noch nicht gut. So aber versteht man Grün. Meistens.

Deckungsbeitragsrechnung in DeltaMaster, mit Business-Intelligence-Färbung in Blau und Rot Deckungsbeitragsrechnung in DeltaMaster, mit Business-Intelligence-Färbung in Grün und Rot
Quelle: DeltaMaster.

Corporate Insanity

Rot ist nur die Not

Man sagt es doch so: Ein Unternehmen schreibt schwarze Zahlen. Oder rote. E.ON malt alle Zahlen rot. Als Säulen, als Balken, als Linien.

Adjusted EBIT development - E.ON Performance and streamlining

Investitionen. Preise. Dividenden. Kapazitätsausweitung. Kapazitätsverringerungen. Norwegen. Deutschland. Eigene Zahlen. Fremde Zahlen. Positive Veränderungen. Negative Veränderungen.

Big six1 2009 monthly gas consumption y-o-y - E.ON Performance and streamlining
Quelle (beide): E.ON AG (Hrsg.), Performance and streamlining, April 2010; PDF.

Warum? Wegen der Corporate Identity. Und die CI von dem Konzern ist rot. Ich bin so streng, weil rot eine besondere Farbe ist. Ein Signal für schlecht. Versteht jeder. Sofort. Signale für gut sind schwieriger. Was ist gut, was ist normal?

Die aus dem Marketing sollen Werbung machen. Aber kein Controlling.

Grafiken sind nicht Hase und Igel

Balken nicht zentrieren

Er hat über das Wall Street Journal geschrieben. Die europäische Ausgabe. Und das Facelift vom 17.11.2009. Ha. Da hätte er mal in die Ausgabe vom 13.11.2009 schauen sollen:

A comparison of Samsung and key competitors in several markets. Quelle: Wall Street Journal Europe, 13.11.2009, S. 26.
Quelle: Wall Street Journal Europe, 13.11.2009, Seite 26.

Du musst Überhänge addieren, um das zu verstehen. Die Farben sind nicht besser. Du musst lernen: Samsung ist immer oben. Hat aber eine andere Farbe. Dieselbe wie der Wettbewerber. Der ist aber gekreuzelt. Die Balken vom Wettbewerber sind am Ende blass. Musst Du trotzdem addieren. Dann lese ich halt nur die Zahlen. Jetzt muss das Auge links-rechts, links-rechts, links-rechts, links-rechts.

Hat die Grafik auch verdient. Einmal links, einmal rechts. Kräftig.

Rote Republik, rote Augen

Dunkler statt Farbe

Das Auge kann Farben nicht in eine Rangfolge bringen. Das geht nur mit Farbintensitäten. Deswegen sind die meisten farbigen Grafiken schlecht lesbar. Farbintensitäten brauchen kontinuierliche Merkmale (€, cm, km/h usw.). Eigentlich. Eine Ausnahme: in der WAMS.

Rote Republik
Quelle: Welt am Sonntag, Nr. 11, 16.03.2008, Seite 6.

Die Stärke der Linkspartei ist ein diskretes Merkmal. Dennoch funktioniert hier die Farbintensität. Bravo. Davon abgesehen: schönes Bayern. Die Länder rechts (Sonntagsfrage Landtagswahl) müsste man noch ordnen. Nach dem Anteil der Linkspartei.