Die Süddeutsche liebt „Bella Reporting Standards“

Muster vor Detail

Die Süddeutsche hat Grafische Tabellen in ihrer Online-Ausgabe. Sie stellt positive und negative Abweichungen in der gleichen Richtung dar. Die bei Bissantz streiten immer darüber. Pro: Die Absolutbeträge lassen sich gut vergleichen. Man spart Platz. Contra: Man muss es erst lernen. Und es funktioniert nur in Farbe.

Zebrastreifen sind Mode. Sie heben hervor. Auch wo nichts hervorzuheben ist. Weg damit. Schlank ist schön. Gilt auch für Balken. Jetzt sind sie 9 Pixel hoch statt 14. Kleiner ist nämlich auch schön. Wie bei Sparklines. Grafiken groß wie Worte. Drum müssen auch Balken nicht größer als Text sein.

Süddeutsche Zeitung - Balkengrafik im Börsenteil

Und Sparklines müssen dazu. Die kann man wie Worte lesen. Komplett, wie ein Muster: „SAP steigt aus dem Tal und marschiert seitwärts.“ Oder Zeichen für Zeichen: „VW fiel, ging seitwärts, stieg schnell, fiel sehr schnell, stieg sehr schnell, fiel wieder, stieg steil und stärker …“. Sparklines liefern Daten, die man anders gar nicht reinbringt. Vorher hatte die Tabelle 20 Werte. Jetzt hat sie 440. Die Datendichte ist 22 Mal höher.

Die Sparklines zeigen die Werte vom 28.12.2007 bis 28.02.2008. Über die Skalierung kann man streiten. Hier zum Beispiel.

Vorbilder für gute Datengrafiken

Die besten Datengrafiken der Welt haben die New York Times, das Wall Street Journal und die Washington Post. Da sind die Grafiken schnörkellos. Ohne grafischen Firlefanz. Datendicht.

The Washington Post and The Wall Street Journal

Quelle: Wall Street Journal, 21.11.2006.

Nah dran ist die Welt am Sonntag. Nur die Streifen sind nicht so gut. Die verändern den Kontrast. Und damit die Botschaft. Was ist die Botschaft? Ist es in den hellen Bereichen schöner? Mache ich was falsch, wenn ich aus dem Hellen ins Dunkle komme?


Quelle: Welt am Sonntag, Nr. 17, 29.04.2007, Seite 59.

Trotzdem: Danke WAMS! Die meisten anderen finde ich zum Heulen.