Dudeldi

Fläche ist schwierig

Schau mal. Sieht lustig aus, oder? Schön bunt. Schön rauf und runter. Kuckt man sich gerne an. Dann ärgert man sich.

Quelle: Google Music Timeline Screenshot

Warum geht die Linie für die hellgrüne Musik am Ende runter? Obwohl hellgrüne Musik gleich breit bleibt? Warum geht die Linie für gelbe Musik am Ende runter? Obwohl gelbe Musik breiter wird? Ich sag es Dir: Weil hellblaue Musik schmäler wird.

Linien stapeln ist für die Katz. Lass Dich im Business Intelligence damit nicht erwischen. Sonst geht es mit Dir auch abwärts.

Aschenblödel

Balken nicht beschneiden

Ich hab mal wieder nachgesehen. Bei der SZ im Börsenteil. Der ist lustig. Schon ziemlich lange. Und immer wieder. Schau mal.


Quelle: SZ vom 15.05.2014. Klick zum Vergrößern: von MDax bzw. von TecDax

Aurubis ist 3,43 nach oben. Und Leoni 4,02. Ein Unterschied von 17 %. Der Balken für Leoni ist aber 58 % länger.

Es geht noch lustiger. Freenet ist 5,35 nach unten. Leoni ist 25 % kleiner. Aber der Balken dafür 12 % länger. So ein Spaß.

Der Spaß kommt vom Abschneiden. Und Asche-dran-kleben. Mal bei 4. Mal bei 11.

Die Sparkasse kann es besser.

Kopfschmerzen

Quetsche Säulen nicht die Köpfe

Du darfst Säulen nicht die Füße abschneiden. Auf den Kopf hauen auch nicht. Schau mal.

Proportions of Youngsters with Accidents During Their First Year of Driving. Quelle: Hans Zeisel, Say it with figures, New York u. a. 1985, Seite 128.
Quelle: Hans Zeisel, Say it with figures, New York u. a. 1985, Seite 128.

Sollte eine Füllsäule werden. So ist es nur lustig. Hat Hans gemalt. Sein Buch ist toll. Seine Grafiken nicht so. Eigentlich soll ich 5 Prozent und 8 Prozent verstehen. Hab stattdessen über den Quetschkopf nachgedacht.

Des Kaisers neue Grafik

Fläche, nicht Farbe für klein und groß

Heute gibt es mehr Kaiserschnitte als früher. Viel mehr. Sagt die SZ. Weil ältere Akademikerinnen nicht leiden wollen. Weil Eltern es lustig finden, wenn der Geburtstag der 12.12.12 ist. Und wegen so Sachen. Das ist schlecht, sagt die SZ. Weil das Gehirn noch nicht fertig ist. Schau mal.


Quelle: Süddeutsche Zeitung, 17.03.2014, Seite 16 (online). Habe ich zu einem Stück zusammengesetzt.

Besonders wenige Geburten bekommen einen besonders großen Kreis. Der ist dann rot. Das soll heißen: schlecht, weil weniger Kinder an diesen Tagen auf die Welt kommen, als die Natur will. Besonders viele Geburten bekommen einen besonders großen Kreis. Der ist dann blau. Das soll heißen: schlecht, weil mehr Kinder an diesen Tagen auf die Welt kommen, als die Natur es will.

Kleiner Kreis für wenig, großer Kreis für viel, so hätte ich’s schneller verstanden.

Hüpfen im Huckepack

Meide Stauchbalken und Hüpfsäulen

Vorvorletztes Mal: Stauchbalken und Hüpfsäulen. Vorletztes Mal: entstauchte Balken. Dieses Mal: enthüpfte Säulen. So sind die Daten. Von 2004 bis 2013: Geld für Software-Firmen, die gerade anfangen. Von Firmen, die schon Geld haben.

Zeitreihen, logarithmisch skaliert.
Redesign: ich. Daten der Hüpfsäulen vom vorvorletzten Mal, logarithmisch skaliert.

Die Angels geben nicht so viel Geld. Aber davon immer mehr. 2013 zehnmal so viel wie 2004. Die anderen beiden geben mal mehr, mal weniger. Kann man lange angucken. Und drüber nachdenken.

So hat es der Economist gemalt:

Hard sell: Capital invested in startup IT companies. Quelle: The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 3.
Quelle: vom vorletzten Mal. The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 5.

Kann man auch lange angucken. Und drüber nachdenken. Kommt aber nichts raus dabei. Wegen der Hüpfsäulen. Wenn die gelben hüpfen, hüpfen die braunen mit. Ob sie wirklich hüpfen oder nicht. Ob sie wirklich hüpfen, sieht man aber nicht.

Dumm-Chart

Gleicher Unterschied gleicher Winkel

Neulich gelesen. In der Welt. Die macht ihren Lesern Angst. Mit einem Doom Chart. Das ist eine Grafik des Untergangs. Der Aktien. Wie 1929.

Eine denkwürdige Parallele: Ähnlichkeiten vor dem großen Crash von 1929 und heute sind frappierend. Dow Jones in Punkten. Quelle: welt.de, 18.02.2014.
Quelle: welt.de, 18.02.2014.

Die Welt meint: Da wäre eine Parallele. Weil sie falsch skaliert. Aber: Schau mal die Achsen. Links 200 bis 350. Plus 75 Prozent. Rechts 13.000 bis 16.000. Plus 23 Prozent. Das ist gemein. Oder blöd. Oder beides.

So sieht es richtig skaliert aus.

Vergleichbar skalierte Zeitreihen in DeltaMaster.
Quelle: DeltaMaster, vergleichbare Skalierung.

So geht’s auch. Beide Zeiträume übereinander. Am Anfang beide 100. Auch gut. Sieht man aber die Werte nicht mehr.

Normierte Zeitreihen in DeltaMaster.
Quelle: DeltaMaster, normierte Zeitreihe.

Entschrumpfentdehnt

Meide Stauchbalken und Hüpfsäulen

Ich hab gesagt: Ich mal das noch mal. Jetzt schau.


Redesign: ich.

Geht doch. Beim Economist sah’s so aus:

Startup your engines: Total follow-on funding for alumni from top accelerators. Quelle: The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 5.
Quelle: vom letzten Mal. The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 5.

Ich hab versprochen: Ich probier’s mit Punktbalken. Und logarithmisch. Jetzt schau noch mal:


Auch von mir.

Schau mal die Abstände: Die sind gleich zwischen Y Combinator, Techstars und AngelPad. Weil: Y Combinator ist vier Mal so groß wie Techstars. Und Techstars ist vier Mal so groß wie AngelPad. Klasse.

Lustig, oder? In derselben Liste 2 Milliarden und 2 Millionen. Punktbalken logarithmisch halten das aus.

Econo-Mist

Meide Stauchbalken und Hüpfsäulen

Einer meiner Vorsätze für 2014: Ich bleib dogmatisch. Weil Daten grausam sind. Schau mal.

Startup your engines: Total follow-on funding for alumni from top accelerators. Quelle: The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 5.
Quelle: The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 5.

Zwei Werte waren zu groß. Die Balken zu lang. Die Seite zu schmal. Schnipp-Schnapp. Die zwei Stauchbalken zusammen sind 2 Milliarden. Die acht anderen 300 Millionen. Frech, wie der Economist den Y Combinator schrumpft. Und die TechStars werden schrumpfgedehnt: zu groß für Y Combinator, zu klein für AngelPad.

Hard sell: Capital invested in startup IT companies. Quelle: The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 3.
Quelle: auch da, Seite 3.

Zwei Seiten vorher: Hüpfsäulen. Hier fänd ich Schnipp-Schnapp gut. Wenn die Early-stagers hüpfen, hüpfen die Later-stagers mit. Auch wenn sie die Ruhe selbst sind.

Dogmatisch hätte es besser geklappt: mit Punktbalken und Linien. Beide logarithmisch. Ich mal noch mal. Und zeig’s Dir dann. Freu Dich schon.

Noch mal Kreis am Stiel

Gleicher Inhalt, gleiche Form

Die Welt hat Kreis am Stiel gemalt. Hat mir keine Ruhe gelassen. Weil: Waren nicht alle Daten drin. Hab ich mal korrigiert.


Quelle: Die Welt vom 10.12.2013, wie letztes Mal. Redesign: ich.

Selbe Form für alle Werte. Schon besser. Trotzdem: Kreis am Stiel find ich auch gut. Kreis auf Stiel finde ich noch besser. So wie bei William*. Weil’s keine Balken sind, darf auch logarithmisch. Jetzt gehören alle Pixel den Unterschieden.


Dieselben Daten als Punktbalken (Dot Plot). Logarithmisch skaliert. Redesign: auch ich.

Noch was hat mir keine Ruhe gelassen: Schulden pro Stadt oder Schulden pro Kopf?


Redesign: wieder ich.

* Cleveland, W. S., The Elements of Graphing Data, Murray Hill 1994.

Kreis am Stiel

Deutsche Städte haben viele Schulden. Sagt die Welt. Schau mal.

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Quelle: Die Welt vom 10.12.2013 (online)

Kreis ist Schulden. Großer roter Kreis ist viele Schulden. Kleiner roter Kreis ist weniger Schulden. Kreis am Stiel ist auch Schulden. Oranger Kreis am langen Stiel ist viele Schulden. Oranger Kreis am kurzen Stil ist weniger Schulden.

Sieht lustig aus. Schaut man hin. Dann stutzt man. Platz 1–4 ist so. Platz 5–15 ist anders. Warum? Wie lange wäre ein Kreis am Stil für 3,2? Er sagt: Warum nicht relativ? Pro Einwohner? Zur Gewerbesteuer?

Tortenworte

Lieber zu groß als zu klein

Heute mal was von früher. Eine grafische Tabelle aus der SZ. Von 2005. Umsatz als Balken. Anteil als Torte, fürs wichtigste Produkt.

Biotechnologie: Abhängigkeit von einem Produkt. Quelle: Süddeutsche Zeitung, 15.06.2005, Seite 30.
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 15.06.2005, Seite 30. Klicken zum Vergrößern.

Kleine Grafiken mag ich. Man sagt auch Sparklines, Microcharts oder Wortgrafiken dazu. Schön dramatisch die Balken. Kapiert man sofort. Vergleicht man gern. Schön putzig die Törtchen. Schaut man gern hin, vergleicht man aber nicht so gern. Vielleicht wegen zu klein? Vielleicht, weil man lernen muss: Umsatz ist ein Balken, Umsatz ist eine Torte.

Ich probier mal selber.

Kann man gut lesen und vergleichen. Muss man auch was lernen: Umsatz ist ein Balken, Anteil ist ein Balken.

Kann man gut lesen und vergleichen. Muss man auch was lernen: Umsatz ist ein Balken, Anteil ist ein Füllbalken.

Größere Törtchen. Kann man besser lesen.

Kann man gut lesen. Kann man gut vergleichen. Muss man wenig lernen. Ist halt nicht so putzig.

Hohl meint wohl

Eselsbrücken grafisch

Gleiche Sachen gleich malen ist gut. Merkt man sich besser. Zum Beispiel: Ist-Zahlen immer ausmalen. Plan-Zahlen immer hohl malen. Geht auch in ziemlich klein.

DeltaMaster
Quelle: DeltaMaster.

Sachen merken geht am besten mit Eselsbrücke. Ausgemalt heißt: schon passiert. Nicht ausgemalt heißt: geht wohl so. Ist man gleich verwirrt, wenn es anders ist.

Beiersdorf
Quelle: Beiersdorf AG, Geschäftsbericht 2011.

Die Striche sind auch lustig. Weihnachtskerzen. Fanden die dann auch.

Beiersdorf
Quelle: Beiersdorf AG, Geschäftsbericht 2012.

Viel schöner.

Lieber früher oben

Früher ist links, nie oben

Zeit läuft von links nach rechts. Text auch. Manchmal stehen Zeit und Text sich im Weg. Dann dreht man dran. Schau mal.

Bild
Quelle: WSJ Europe, 26.04.2013, Seite 32.

Komisch, oder? Erst 2014, dann 2013. Erst später, dann früher. Verdreht statt gedreht.

Bild gedreht
Quelle: WSJ Europe, 26.04.2013, Seite 32 (von mir gedreht).

Komisch, oder? Ich tausch mal die Säulen. Und dreh nochmal.

Bild Säule
Quelle: WSJ Europe, 26.04.2013, Seite 32 (Balken von mir getauscht).

Besser, oder? Zeit läuft von links nach rechts. Und wenn mal nicht: von oben nach unten.

Schrottpresse

Nicht Fläche statt Höhe

Selbstbewusstsein finde ich gut. Der HDE übertreibt es aber. Schau mal.

Wirtschaftliche Leistung im Vergleich. Quelle: HDE.
Links Gesamtumsatz im Einzelhandel, rechts Gesamtumsatz in der Automobilindustrie. Quelle: HDE (Hrsg.), Der deutsche Einzelhandel, Juni 2013, Seite 4.

Die drei Oldtimer für 351 Mrd. passen gleich mehrmals in den Warenturm für 428 Mrd. Der Warenturm ginge dann in die Billionen. Ziemlich teuer für ein paar Gläser, einen Kochtopf, drei Eimer Farbe und einen tiefgefrorenen Fisch.

Der Fehler ist alt. Ich dachte, den macht keiner mehr. Gemalt wird Fläche, gerechnet wird Höhe. Flächengrafiken sind schwierig. Auch wenn sie richtig sind. Falsch gerechnete sind aber ein bisschen lustig. Hoffentlich rechnet der Handel an der Kasse anders.

Bronzezeit

Gantt kann gleichzeitig gut

Er war am Hoover-Damm. An der Brücke davor. Da gab es Grafik am Bau. In Bronze. Ein echtes Gantt-Diagramm. Mit Zeitdauern für die Bauphasen. In Bronze gegossen. Eine Grafik für die Ewigkeit.

Zehn Jahre hat die Brücke gedauert. Am längsten der Bau. Auch das Design war lang. Eine schöne Grafik.

Gantt-Diagramme sind gut für gleichzeitige Sachen. Zum Beispiel bei Projekten. Wie hier. Einfach und gut. Auch auf Papier oder mit Pixeln.