Aschenblödel

Balken nicht beschneiden

Ich hab mal wieder nachgesehen. Bei der SZ im Börsenteil. Der ist lustig. Schon ziemlich lange. Und immer wieder. Schau mal.


Quelle: SZ vom 15.05.2014. Klick zum Vergrößern: von MDax bzw. von TecDax

Aurubis ist 3,43 nach oben. Und Leoni 4,02. Ein Unterschied von 17 %. Der Balken für Leoni ist aber 58 % länger.

Es geht noch lustiger. Freenet ist 5,35 nach unten. Leoni ist 25 % kleiner. Aber der Balken dafür 12 % länger. So ein Spaß.

Der Spaß kommt vom Abschneiden. Und Asche-dran-kleben. Mal bei 4. Mal bei 11.

Die Sparkasse kann es besser.

Hüpfen im Huckepack

Meide Stauchbalken und Hüpfsäulen

Vorvorletztes Mal: Stauchbalken und Hüpfsäulen. Vorletztes Mal: entstauchte Balken. Dieses Mal: enthüpfte Säulen. So sind die Daten. Von 2004 bis 2013: Geld für Software-Firmen, die gerade anfangen. Von Firmen, die schon Geld haben.

Zeitreihen, logarithmisch skaliert.
Redesign: ich. Daten der Hüpfsäulen vom vorvorletzten Mal, logarithmisch skaliert.

Die Angels geben nicht so viel Geld. Aber davon immer mehr. 2013 zehnmal so viel wie 2004. Die anderen beiden geben mal mehr, mal weniger. Kann man lange angucken. Und drüber nachdenken.

So hat es der Economist gemalt:

Hard sell: Capital invested in startup IT companies. Quelle: The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 3.
Quelle: vom vorletzten Mal. The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 5.

Kann man auch lange angucken. Und drüber nachdenken. Kommt aber nichts raus dabei. Wegen der Hüpfsäulen. Wenn die gelben hüpfen, hüpfen die braunen mit. Ob sie wirklich hüpfen oder nicht. Ob sie wirklich hüpfen, sieht man aber nicht.

Entschrumpfentdehnt

Meide Stauchbalken und Hüpfsäulen

Ich hab gesagt: Ich mal das noch mal. Jetzt schau.


Redesign: ich.

Geht doch. Beim Economist sah’s so aus:

Startup your engines: Total follow-on funding for alumni from top accelerators. Quelle: The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 5.
Quelle: vom letzten Mal. The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 5.

Ich hab versprochen: Ich probier’s mit Punktbalken. Und logarithmisch. Jetzt schau noch mal:


Auch von mir.

Schau mal die Abstände: Die sind gleich zwischen Y Combinator, Techstars und AngelPad. Weil: Y Combinator ist vier Mal so groß wie Techstars. Und Techstars ist vier Mal so groß wie AngelPad. Klasse.

Lustig, oder? In derselben Liste 2 Milliarden und 2 Millionen. Punktbalken logarithmisch halten das aus.

Econo-Mist

Meide Stauchbalken und Hüpfsäulen

Einer meiner Vorsätze für 2014: Ich bleib dogmatisch. Weil Daten grausam sind. Schau mal.

Startup your engines: Total follow-on funding for alumni from top accelerators. Quelle: The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 5.
Quelle: The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 5.

Zwei Werte waren zu groß. Die Balken zu lang. Die Seite zu schmal. Schnipp-Schnapp. Die zwei Stauchbalken zusammen sind 2 Milliarden. Die acht anderen 300 Millionen. Frech, wie der Economist den Y Combinator schrumpft. Und die TechStars werden schrumpfgedehnt: zu groß für Y Combinator, zu klein für AngelPad.

Hard sell: Capital invested in startup IT companies. Quelle: The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 3.
Quelle: auch da, Seite 3.

Zwei Seiten vorher: Hüpfsäulen. Hier fänd ich Schnipp-Schnapp gut. Wenn die Early-stagers hüpfen, hüpfen die Later-stagers mit. Auch wenn sie die Ruhe selbst sind.

Dogmatisch hätte es besser geklappt: mit Punktbalken und Linien. Beide logarithmisch. Ich mal noch mal. Und zeig’s Dir dann. Freu Dich schon.

Tortenworte

Lieber zu groß als zu klein

Heute mal was von früher. Eine grafische Tabelle aus der SZ. Von 2005. Umsatz als Balken. Anteil als Torte, fürs wichtigste Produkt.

Biotechnologie: Abhängigkeit von einem Produkt. Quelle: Süddeutsche Zeitung, 15.06.2005, Seite 30.
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 15.06.2005, Seite 30. Klicken zum Vergrößern.

Kleine Grafiken mag ich. Man sagt auch Sparklines, Microcharts oder Wortgrafiken dazu. Schön dramatisch die Balken. Kapiert man sofort. Vergleicht man gern. Schön putzig die Törtchen. Schaut man gern hin, vergleicht man aber nicht so gern. Vielleicht wegen zu klein? Vielleicht, weil man lernen muss: Umsatz ist ein Balken, Umsatz ist eine Torte.

Ich probier mal selber.

Kann man gut lesen und vergleichen. Muss man auch was lernen: Umsatz ist ein Balken, Anteil ist ein Balken.

Kann man gut lesen und vergleichen. Muss man auch was lernen: Umsatz ist ein Balken, Anteil ist ein Füllbalken.

Größere Törtchen. Kann man besser lesen.

Kann man gut lesen. Kann man gut vergleichen. Muss man wenig lernen. Ist halt nicht so putzig.

Der kleine Unterschied

Aller Raum dem Unterschied

Klein ist oft schwer. Kleine Unterschiede auch. Große Unterschiede zwischen Kleinen besonders. Schau mal. So geht es besonders schlecht.

Arbeitslosenquoten im August 2013 als Tortendiagramm. Quelle: Nürnberger Nachrichten, 30.08.2013, Seite 4.
Arbeitslosenquoten im August 2013. Quelle: Nürnberger Nachrichten, 30.08.2013, Seite 4.

Weil: Torte ist schon schwierig. Weil schwer lesbar. Kleine Tortenstücke sind besonders schwierig. Weil schwerer lesbar. Kleine Tortenstücke in Torten nebeneinander sind noch schwieriger. Weil noch schwerer lesbar. Was machen wir stattdessen?

Arbeitslosenquoten im August 2013 als Grafische Tabelle.
Redesign: ich.

Funktioniert besser. Weil: Wir haben große Unterschiede zwischen kleinen Werten. Noch deutlicher geht es so. Punktbalken. Logarithmisch.

Arbeitslosenquoten im August 2013 als Grafische Tabelle mit logarithmisch skalierten Punktbalken.
Redesign: auch ich.

Ausgewippt

Relativ grafisch

Nochmal Mr. Brons Wippen. Die sollen absolut zeigen. Die sollen Prozent zeigen. Gleichzeitig. Für mehrere Sachen gleichzeitig. Mann, Frau, Kind. First Class, Second Class, Third Class. Passagiere, Besatzung.

Ich habe es so probiert: Vergleiche liest man relativ. Auf derselben Basis. Also mit Prozent. Dafür nehme ich eine Füllgrafik. Zum Analysieren. Aha – auf der Titanic galt: Frauen, Kinder, Hunde zuerst.

The Loss of the Titanic - Redesign als Grafische Tabelle. Von mir.
Leute auf der Titanic. Daten wie hier. Redesign: ich.

Details liest man absolut. Also die Basis, ohne Prozent. Dafür nehme ich keine Grafik. Eine Aufgabe, eine Grafik. Eine Grafik, eine Aufgabe.

Kreise wegen Silberblick

Grafisch tabellieren

Die Welt hat eine Grafische Tabelle gemalt. Die SZ malt jeden Tag welche. Aber mit Asche. Schau mal.


Quelle: Die Welt, 24.10.2012, Seite 13.

Sonst schimpfe ich sehr sehr sehr oft, wenn die Welt was malt. Heute finde ich es chic. Sieben Spalten mit Zahlen. Fünf davon mit Balken. Schön dicht. Viel zu gucken. Alles drin. Wobei, schau nochmal hin.

Die Balken könnten breiter sein. Da wäre noch Platz. Dann wäre mehr Unterschied.

Die Streifen sind doof. Die dürfen ganz selten in Tabellen. Die Kreise sind döfer. Die dürfen nur in Kreuztabellen. Hier nicht: Passen nicht in die Zelle. Liegen übereinander. Kann man schlecht vergleichen.

Schau nochmal hin. Als Balken würden die Kreise aussehen wie die Balken für Gramm. Also zweimal die gleiche Grafik in zwei Spalten. Merke: Wenn was doppelt ist, kannst du eins weglassen.

Die kleine Flatter

Balken beschriften

Da wollte ich endlich mal dran. Wie beschriftet man Balken? Davor? Dahinter? Daneben? Darunter? Darüber? Schau mal.

Der Wert der Banken: Marktkapitalisierung in Milliarden Euro, in Klammern prozentuale Veränderung zwischen 1.2.2009 und 1.2.2010. Quelle: Die Zeit, 04.02.2010, Seite 19.Pro-Kopf-Ausgaben für die Verbraucherzentralen in den Bundesländern, in Cent. Quelle: FAZ, 19.07.2009, Seite 35.
Quelle: Die Zeit, 04.02.2010, Seite 19; FAZ, 19.07.2009, Seite 35.

In der „Zeit“: Namen darüber. Zahl daneben, rechts, geflattert. Geschickt: lange Namen kein Problem. Der ganze Platz ist für die Balken da. Weniger geschickt: die Abstände. Je mehr davon, desto weniger Grafik. Ungeschickt: Die Zahlen verlängern die Balken.

In der „FAZ“: Namen davor. Zahl darin, rechts darin. Geschickt: Durchschnitt dabei. Weniger geschickt: Balkenlänge und Zahl lesen geht auf einmal. Meint man. Ist aber nicht so. Grafik und Zahl wuchern zusammen. Schwer fürs Hirn. Kann man lernen, wenn man’s öfter sieht. Wichtig dabei: genau pixeln. Die Zahlen stehen nicht genau. Und flattern damit zweifach.

Schau mal. Ich hab’s gemalt wie immer. Geht immer. Klare Sache. Jedes Ding hat seinen Platz. Zahlen wie Grafiken.

Grafische Tabelle: Marktkapitalisierung von Banken in Milliarden Euro, in Klammern prozentuale Veränderung zwischen 1.2.2009 und 1.2.2010.Grafische Tabelle: Pro-Kopf-Ausgaben für die Verbraucherzentralen in den Bundesländern, in Cent.
Redesign: ich.

Sternhagelvoll

Symbole nicht halbieren

Die Welt hat ein Bild gemalt. Aus 100 eBay-Sternen. 23 sind gefüllt, 77 leer. Ein Stern ist 10 Prozent. 10 Sterne sind 100 Prozent. Einen Stern kann man füllen. Jeder Stern hat 5 Zacken. 2 Zacken sind so 4 Prozent. 10 Werte sollten gesternt werden. Der Größte ist 28 Prozent. Also so 3 Sterne. Zu kompliziert? Der Welt auch. Für 20, 19, 18, 17, 15: einfach 2 Sterne ganz ausmalen.

Jeder fünfte Deutsche verkauft Waren oder Dienstleistungen im Internet. - Quelle: Die Welt, 10.04.2012, Seite 13.
Quelle: Die Welt, 10.04.2012, Seite 13.

Zeigen, wo die 100 Prozent ist? Nein. Weil die nie vorkommt. Nicht mal nahe dran. Kann gar nicht vorkommen. Weil nicht mal alle Dänen nur in eBay wohnen.

In Sterne zerlegen und dann Sterne füllen? Nein. Wenn Du zerlegst, dann nur in Ganze. Wenn Du füllst, dann nur Ganzes. Also Punktstapel, Strichsäulen, Strichbalken oder Füllgrafik.

Auf 70 Sterne starren? Nein. Alle Sterne wertlos. Weil ohne Wert.

Ganze Breite dreimal breiter als gefüllte Breite? Nein.

Schiefes stapeln und schief füllen? Nochmal nein.

Ist das die schlimmste Grafik der Welt? Oder die? Steht in den Sternen.

Wenn Du kein Sterntaler sein willst: 10 Werte zeigen geht gut mit 10 Balken. Fand man beim BITKOM auch.


Quelle: BITKOM.

Diagrammetrie

Positives oben oder rechts

Diagramme malen ist Geometrie. Wie in der Schule. In einem Koordinatensystem. Mit einer Null in der Mitte. Negative Werte sind da links. Oder unten. Positive Werte sind da rechts. Oder oben. Negative Werte nach unten sind dramatischer als negative Werte nach links. Negativ nach rechts geht nicht. Auch nicht, wenn alles negativ ist.

Komisch wird es, wenn man die Geometrie auf den Kopf stellt. Und schwer zu verstehen ist es auch. Bei Kosten und Ausgaben könnte man noch streiten. Bei Gewichten nicht.


Quelle: FAZ, Nr. 288, 11.12.2009, Seite 11

Grafiken sind nicht Hase und Igel

Balken nicht zentrieren

Er hat über das Wall Street Journal geschrieben. Die europäische Ausgabe. Und das Facelift vom 17.11.2009. Ha. Da hätte er mal in die Ausgabe vom 13.11.2009 schauen sollen:

A comparison of Samsung and key competitors in several markets. Quelle: Wall Street Journal Europe, 13.11.2009, S. 26.
Quelle: Wall Street Journal Europe, 13.11.2009, Seite 26.

Du musst Überhänge addieren, um das zu verstehen. Die Farben sind nicht besser. Du musst lernen: Samsung ist immer oben. Hat aber eine andere Farbe. Dieselbe wie der Wettbewerber. Der ist aber gekreuzelt. Die Balken vom Wettbewerber sind am Ende blass. Musst Du trotzdem addieren. Dann lese ich halt nur die Zahlen. Jetzt muss das Auge links-rechts, links-rechts, links-rechts, links-rechts.

Hat die Grafik auch verdient. Einmal links, einmal rechts. Kräftig.

Eine Regel ohne Wenn und Dann

Zeit läuft von links nach rechts

6 Gründe für Urlaub. 2 Jahre. 2 Landesteile. 24 Zahlen. Klingt einfach. Ist es nicht. An diesem Diagramm kann man viel überlegen.

Urlaubsmotive der Deutschen - Quelle: Welt am Sonntag, Nr. 43, 25.10.2009, S. 24
Quelle: Welt am Sonntag, Nr. 43, 25.10.2009, Seite 24.

Nähe verbindet. Die Überschrift verbindet sich mit allen ersten Balken. Sie wird selbst grafisch. Soll sie aber nicht. Sie gilt für vier Balken.

Zeit ist waagrecht. Hatten wir schon. Hier ist Sinken eine Bewegung nach links. Versteht das Auge schwer.

Mann mit Hut. Zwei Männer stehen nebeneinander. Der kleinere trägt Zylinder. Wie klein ist der Kleine? Zahlen rechts am Balken: hier besser nicht.

Farbe gruppiert. In der WAMS alle Werte für 1991 und alle Werte für 2008. Kann gut sein. Hier ist es nicht so gut.

Karos sind out. Streifen im Hintergrund sind lustig. Und schlecht zu lesen.

Das wichtigste aber: Grund, Jahre, Jahresveränderung, Landesteil, Ost-West-Unterschied – alles ist in die Senkrechte gepackt. Das ist zu viel.

Urlaubsmotive der Deutschen - Redesign als Grafische Tabelle
Quelle: DeltaMaster.

Meine Regel: Nutze zwei Blickachsen, senkrecht und waagrecht, wo es hilft. Funktioniert nicht immer. Hier aber ganz gut.