Zahlogramm

Zahlen stapeln

Ich bin sonst nicht für Stapel. Bei Vulkanen schon. Schau mal. Ein Vulkanogramm.

Steam-and-leaf displays: height of 218 volcanoes, unit 100 feet. Source: The World Almanac, 1966 (New York: The New York World-Telegramm and The Sun, 1966), pp.282-83.
Quelle: John W. Tukey, Some Graphic and Semigraphic Displays

Erste Zeile liest Du so: 8 Vulkane unter 1.000 Füße hoch. Einer 900 (0|9) Füße, einer 800 (0|8), einer siebenhundert, zwei sechshundert und so weiter.

Von hinten bis Mitte liest Du so: 20 Vulkane sind 13.000 Füße hoch und höher.

Klammer ist Median. Bei 6.000 Füßen.

Es gibt 102 plus 18 plus 98 insgesamt.

Hüpfen im Huckepack

Meide Stauchbalken und Hüpfsäulen

Vorvorletztes Mal: Stauchbalken und Hüpfsäulen. Vorletztes Mal: entstauchte Balken. Dieses Mal: enthüpfte Säulen. So sind die Daten. Von 2004 bis 2013: Geld für Software-Firmen, die gerade anfangen. Von Firmen, die schon Geld haben.

Zeitreihen, logarithmisch skaliert.
Redesign: ich. Daten der Hüpfsäulen vom vorvorletzten Mal, logarithmisch skaliert.

Die Angels geben nicht so viel Geld. Aber davon immer mehr. 2013 zehnmal so viel wie 2004. Die anderen beiden geben mal mehr, mal weniger. Kann man lange angucken. Und drüber nachdenken.

So hat es der Economist gemalt:

Hard sell: Capital invested in startup IT companies. Quelle: The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 3.
Quelle: vom vorletzten Mal. The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 5.

Kann man auch lange angucken. Und drüber nachdenken. Kommt aber nichts raus dabei. Wegen der Hüpfsäulen. Wenn die gelben hüpfen, hüpfen die braunen mit. Ob sie wirklich hüpfen oder nicht. Ob sie wirklich hüpfen, sieht man aber nicht.

Entschrumpfentdehnt

Meide Stauchbalken und Hüpfsäulen

Ich hab gesagt: Ich mal das noch mal. Jetzt schau.


Redesign: ich.

Geht doch. Beim Economist sah’s so aus:

Startup your engines: Total follow-on funding for alumni from top accelerators. Quelle: The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 5.
Quelle: vom letzten Mal. The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 5.

Ich hab versprochen: Ich probier’s mit Punktbalken. Und logarithmisch. Jetzt schau noch mal:


Auch von mir.

Schau mal die Abstände: Die sind gleich zwischen Y Combinator, Techstars und AngelPad. Weil: Y Combinator ist vier Mal so groß wie Techstars. Und Techstars ist vier Mal so groß wie AngelPad. Klasse.

Lustig, oder? In derselben Liste 2 Milliarden und 2 Millionen. Punktbalken logarithmisch halten das aus.

Econo-Mist

Meide Stauchbalken und Hüpfsäulen

Einer meiner Vorsätze für 2014: Ich bleib dogmatisch. Weil Daten grausam sind. Schau mal.

Startup your engines: Total follow-on funding for alumni from top accelerators. Quelle: The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 5.
Quelle: The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 5.

Zwei Werte waren zu groß. Die Balken zu lang. Die Seite zu schmal. Schnipp-Schnapp. Die zwei Stauchbalken zusammen sind 2 Milliarden. Die acht anderen 300 Millionen. Frech, wie der Economist den Y Combinator schrumpft. Und die TechStars werden schrumpfgedehnt: zu groß für Y Combinator, zu klein für AngelPad.

Hard sell: Capital invested in startup IT companies. Quelle: The Economist, Special Report „Tech Startups“, 18.01.2014, Seite 3.
Quelle: auch da, Seite 3.

Zwei Seiten vorher: Hüpfsäulen. Hier fänd ich Schnipp-Schnapp gut. Wenn die Early-stagers hüpfen, hüpfen die Later-stagers mit. Auch wenn sie die Ruhe selbst sind.

Dogmatisch hätte es besser geklappt: mit Punktbalken und Linien. Beide logarithmisch. Ich mal noch mal. Und zeig’s Dir dann. Freu Dich schon.

Lasagne statt Spaghetti?

Stapellücken statt Stapellagen

Weißt Du noch, die Autofarben? Mit der Spaghettigrafik? Die Spaghetti haben wir gekachelt. Und nachgekachelt. Heute machen wir Lasagne draus.

Neuzulassungen nach Farben (in Prozent) als Stapeldiagramm.
Pkw-Neuzulassungen nach Farben, in Prozent.

Was sehen wir? Auf den ersten Blick: Blau, Grau, Grün, Schwarz, Weiß – gehen alle am Ende runter. Auf den zweiten Blick: Man braucht einen dritten Blick. Oder entstapelte Stapel.

Neuzulassungen nach Farben (in Prozent) als einzelne Säulenreihen, ohne Stapel.

Stapeln kann Richtung ändern. Schlimm. Senkrechte Zahlen sind nicht so schlimm.

Flachgestapelter Flächenflachs

Stapel keine Linien

Daran habe ich gekaut. Sieht harmlos aus. Der Größte unten, der Kleinste oben. Zusammen werden sie weniger. Kapiert. Chrysler fällt am stärksten. Ford am zweitstärksten. GM am wenigsten. Falsch kapiert. Miss mal nach. Anders kommst Du nicht dahinter.

US-Marktanteile amerikanischer Autohersteller kumuliert in Prozent. Quelle: Financial Times Deutschland, 21.11.2008, Seite 8.
US-Marktanteile amerikanischer Autohersteller kumuliert in Prozent.
Quelle: Financial Times Deutschland, 21.11.2008, Seite 8.

Ich hab damit herumgespielt. Den Kleinsten nach unten, den Größten nach oben. Das richtet Ford auf. Und macht Chrysler flach.

Oder Ford nach oben, dann geht es richtig runter.

Jetzt kommt es: Bei gestapelten Linien macht meist die erste die Musik. Schau mal, was passiert, wenn die erste Linie steigt und die anderen fallen. Ich habe dazu die Daten von GM umgedreht und die anderen gelassen, wie sie waren. Jetzt steigt Chrysler gleich mit. Obwohl es immer noch fällt.


Marktanteile von GM umgekehrt abgetragen, mit Daten von WardsAuto.com.

Also: Meide Flächen. Stapel keine Linien. Lies Grafiken mit Vorsicht. Übrigens: So wäre es gegangen.


Jeder Hersteller eine Linie. Die Summe eine weitere. Das Ganze logarithmisch.

Muss man Stapelgrafiken stapeln?

Stapeldiagramme entstapeln

Oft sind Veränderungen interessant. Von Anteilen. Die zusammen 100 Prozent ergeben. Dafür gibt es 100-Prozent-Säulen. Mehr als drei Anteile gehen damit nicht. Man kann sie nicht mehr lesen. Schon drei ist schwierig.

Stapelgrafik 100%

Quelle: Autohaus 8/2007, Sonderheft, Seite 9.

Die Balken unten liest man normal. Von unten nach oben. Die Balken oben liest man auf dem Kopf. Von oben nach unten. Die Balken in der Mitte liest man im Hüpfen. Das Auge hüpft auf und ab. Von links nach rechts.

Das ist so, weil jeder Balken sagen soll: Ich bin hundert Prozent. Das ist des Pudels Kern. Alle gleich hoch, alle gleich hundert Prozent. Finde ich nicht so gut.

So geht es auch: Säulen in einer Grafischen Tabelle.

Grafische Tabelle mit Säulen als Ersatz für Stapelgrafik

Quelle: Sreenshot aus DeltaMaster

Und so auch: Sparklines in einer Grafischen Tabelle.

Grafische Tabelle mit Sparklines als Ersatz für Stapelgrafik

Quelle: Sreenshot aus DeltaMaster