Verdunkeln erhellt

Schatten betont gut

Letztes Mal: Schädliche Schatten. Heute: Erhellende Schatten. Manchmal ist eine Spalte wichtiger als die anderen. Dann will man sie hervorheben. Mit Schatten geht das. So wie hier.

The rest of Europe's blue chips. - Quelle: Wall Street Journal, 30.11.2010, Seite 25.
Quelle: Wall Street Journal, 30.11.2010, Seite 25.

Schatten verringern den Kontrast. Manchmal braucht man deswegen noch fett. Oder man differenziert. Schatten und fett: ganz wichtig. Schatten ohne fett: fast ganz wichtig. So wie hier.

DJIA component stocks. - Quelle: Wall Street Journal, 30.11.2010, Seite 25.
Quelle: auch da.

Schatten kann schaden

Schatten gruppiert schlecht

Ich mag Zahlen. Und Tabellen. Und Zahlen mögen Tabellen auch. Ein Diagramm muss erst mal beweisen, dass es besser ist.

Manche Tabellen sehen aber aus wie Tigerente. Die Streifen gruppieren. Der Kontrast ändert sich. Die Lesbarkeit leidet. Das Verständnis auch. Die paar Zahlen hätten weder Tiger noch Ente gebraucht.

Capital expenditure. - Quelle: Financial Times, 23.08.2010, Seite 2.
Quelle: Financial Times, 23.08.2010, Seite 2.

Hier hat man viele Spalten. Trennen muss man. Das Auge kann sonst aus der Zeile fallen. Der Schatten ist hübsch. Aber gruppiert wieder. Und macht es schlechter lesbar. Der Schatten ist gut für Betonung. Nicht für Trennung.

EURO STOXX 50. - Quelle: Neue Zürcher Zeitung, Nr. 261, 09.11.2010, Seite 36.
Quelle: Neue Zürcher Zeitung, Nr. 261, 09.11.2010, Seite 36.

Beim Tiger ist schlank besser. Anders als beim Labrador. Nimm dünne Linien nach jeder dritten bis fünften Zeile. Bei breiten Tabellen nach drei. Bei schmalen nach fünf. Dann wird nicht gruppiert, was keine Gruppe ist. Der Kontrast bleibt gleich. Die Lesbarkeit auch.

EURO STOXX. - Quelle: Neue Zürcher Zeitung, Nr. 261, 09.11.2010, Seite 36.
Quelle: Selbe Zeitung. Selbe Seite.

Eine Tabelle mit wenig Spalten braucht gar nichts.

Prime, General und Entry Standard. - Quelle: FAZ, Nr. 59, 11.03.2010, Seite 25.
Quelle: FAZ, Nr. 59, 11.03.2010, Seite 25.

Streifenpolizei

Schatten gruppiert gut

Bei vielen Diagrammen findest Du sich abwechselnde Hintergründe, Farben, Kontraste. Sie sollen trennen, was nebeneinander liegt. Aber sie verbinden, was auseinander liegt. Das Auge fahndet nach Bedeutung.

Das Wall Street Journal will klarmachen: Welche Quartale sind ein Jahr. Das haut hin und ist schick. Aber: Es verbindet 2006 mit 2008 und 2010. Und 2007 mit 2009.

Quarterly change in output per hour at a seasonally adjusted annual rate. - Quelle: Wall Street Journal, 07.05.2010, Seite 9.
Quelle: Wall Street Journal, 07.05.2010, Seite 9.

Die WAMS macht nicht so viel klar. Die Streifen sind CI. Denn: Gestreift wird immer. Manchmal ersetzt es eine Skala. Im Bild rechts ist jeder Streifen fünf breit. Balken und Streifen ergeben Karos. Das ist nicht schick. In den anderen Bildern ist jeder Streifen CI. Und fasst zusammen, was nicht zusammen gehört.

Der Aufstieg der erneuerbaren Energieträger. - Quelle: Welt am Sonntag, 21.02.2010, Seite 25.
Quelle: Welt am Sonntag, 21.02.2010, Seite 25.

Diagramme und CI vertragen sich nicht.

Zebras lassen Augen im Kreis fahren

Schatten verbindet

Heute enden die 24 Stunden von Le Mans. Viele Autos fuhren sehr lange im Kreis herum. Ich auch. Mit den Augen. In der Auto, Motor und Sport (Nummer 13, 5. Juni 2008, Einleger Seite 6–19). Daten zum Audi auf Seite 10. Daten zum Peugeot auf Seite 12. Ich blätter hin, ich blätter her. Dann Pfote drauf und zack, die Tabellen stehen endlich, wo sie hingehören: nebeneinander.

Auto Motor Sport mit Bellas Pfote

Jetzt wurde mir erst recht schwummrig. Zwei Zebras. Eins rennt mit grau los, das andere mit weiß.

Zebra-Darstellung

Das Auge fasst Gleiches zusammen. Es springt von grau zu grau oder von weiß zu weiß. Das Auge vermutet Bedeutung. Da ist aber keine. Davon abgesehen: schlechter Kontrast, schlecht lesbar.